Der ehemalige Berliner Kulturstaatssekretär Andre Schmitz (SPD) (Quelle: dpa)
Abendschau | 10.02.2014 | Heike Bettermann

Schmitz-Nachfolger gesucht - Wer wird neuer Kulturstaatssekretär?

Die Anforderungsliste ist lang: Wer neuer Berliner Kulturstaatssekretär werden will, muss sehr gut vernetzt sein und sich um alle Kulturbereiche in der Stadt kümmern. Derzeit führt Björn Böhning (SPD) das Amt kommissarisch, wird er es bald auf Dauer übernehmen? Viele mögliche Namen sind derzeit im Umlauf.

Nach dem Rücktritt des Berliner Kulturstaatssekretärs André Schmitz laufen die Gespräche über den Nachfolger. Nach Angaben von SPD-Kulturexpertin Brigitte Lange entscheiden Regierungschef Klaus Wowereit (SPD) und der rot-schwarze Senat in dieser Frage. Die Parlamentarier auch aus der SPD würden nicht nach Vorschlägen gefragt, sagte Lange am Dienstag: "Das macht Herr Wowereit allein."

In den Nachfolgespekulationen fällt immer wieder der Name von Moritz van Dülmen. Er ist der Geschäftsführer der landeseigenen Kulturprojekte Berlin GmbH. Diese organisiert zum Beispiel die "Lange Nacht der Museen", der Music Week oder Veranstaltungen zum 25. Jahrestag des Mauerfalls. Philipp Magalski (Piraten) findet diese Namen gut, weil er auch die Clubszene stärkt: "Herr von Dülmen ist einer von wenigen, der für uns in Frage kommt, weil er sehr gut vernetzt ist."

Genannt wird auch Martin Hoffmann, Intendant der Berliner Philharmoniker. Denkbar wäre aber auch jemand, der von außerhalb nach Berlin kommt.

Da wäre zum Beispiel Hortensia Völkers, die Künstlerische Direktorin der Kulturstiftung des Bundes mit Sitz in Halle. Oder der Kulturmanager Oliver Scheytt, der im vergangenen Jahr zum Schattenkabinett von SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück gehörte.

Diskutiert wird zudem über mögliche Nachfolger aus den Reihen der Verwaltung. Da gäbe es als einen möglichen Kandidaten Knut Nevermann, Staatssekretär in der Wissenschaftsverwaltung mit jahrelanger Erfahrung in Sachsen. Hamburg und Berlin. Schließlich ist da noch Björn Böhning, derzeit Chef der Senatskanzlei. Er hat die die Geschäfte des Kulturstaatssekretärs kommissarisch mit übernommen. Gestern saß er in dieser Funktion auch bereits im Kulturausschuss. Er könnte das Amt, wenn eine solche Entscheidung für ihn fallen würde, aber auch dauerhaft ausüben. "Dülmen und Böhning sind ja in der engeren Auswahl, wie es scheint", sagt auch Sabine Bangert (Grüne). "Die Leute stehen aber auch nicht Schlange.

Selbst Berlinale-Chef Dieter Kosslick scheint im Rennen. "Das ist schon eine große Ehre, wenn man gehandelt wird. Nach der Berlinale schauen wir mal, ob ich mein eigener Chef werde", sagte er am dem rbb am Montag mit einem Augenzwinkern.

Klar ist, dass ein neuer Kulturstaatssekretär viel mitbringen muss: Er muss sich um alle Kulturbereiche kümmern, von der Hochkultur bis zur freien Kulturszene. Und er muss einen guten Draht zur Bundeskulturpolitik haben, um die vielen offenen Fragen zur Hauptstadtkultur zu regeln.

Beispielsweise, wenn es um die Gedenkstättenkultur geht, ob die East Side Gallery in die Stiftung Berliner Mauer übernommen werden und diese dafür auch entsprechend mehr Geld erhalten soll.

Mit Informationen von Kirsten Buchmann und Heike Bettermann.

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