Klaus Wowereit (Quelle: imago)

BerlinTrend zur Zukunft des Regierenden - Berliner bei Wowereit gespalten

Klaus Wowereit ist durch die Steueraffäre seines Kulturstaatsministers André Schmitz weiter unter Druck geraten. 44 Prozent der Befragten sprechen sich im neuesten BerlinTrend dafür aus, dass der Regierende Bürgermeister zurücktritt. 48 Prozent meinen dagegen, Wowereit solle im Amt bleiben.

Die Berliner Bevölkerung ist in der Frage zur Zukunft des Regierenden Bürgermeisters Wowereit (SPD) klar in zwei Hälften gespalten. Das hat die neueste Umfrage von Infratest dimap im Auftrag der rbb-Abendschau und der "Berliner Morgenpost" ergeben.

Wowereit genießt bei fast jedem zweiten Berliner, nämlich 48 Prozent, weiterhin Rückhalt - trotz der Steueraffäre um Ex-Kulturstaatssekretär Schmitz (SPD). 44 Prozent sagen dagegen, er solle zurücktreten. Dabei befürworten mit 57 Prozent vor allem CDU-Anhänger einen Rücktritt Wowereits.

Nahezu zwei Drittel der befragten Berliner (58 Prozent) plädieren dafür, Steuersünder grundsätzlich härter zu bestrafen.

57 Prozent gegen Neuwahlen

Ähnlich wie das Umfragergebnis zur Steueraffäre lauten die Zahlen der Befragung zu den Vorgängen um den Flughafen BER: Auch hier sagt jeder Zweite (49 Prozent), der Regierende Bürgermeister solle im Amt bleiben. 47 Prozent sind für Rücktritt. Eine klare Mehrheit von 57 Prozent - also nahezu zwei Drittel - hält Neuwahlen für nicht angemessen.

Sonntagsfrage: AfD wäre drin

Bei der Sonntagsfrage liegen SPD und CDU gleichauf. Beide Parteien kämen auf 26 Prozent, wenn am Sonntag Abgeordnetenhauswahl wäre. Während die SPD bei diesem Ergebnis seit Dezember 2013 verharrt, verliert die CDU drei Prozentpunkte. Ihre Verluste fährt sie mit fünf Punkten im Osten Berlins ein.

Die Grünen gewinnen zwei Prozentpunkte dazu und kommen auf 18 Prozent, die Linke verliert drei Punkte (aufgrund von Verlusten in Ost und West) und erhält 14 Prozent. Die AfD käme erstmals mit genau fünf Prozent ins Abgeordnetenhaus, und zwar vor allem, weil sie in den östlichen Bezirken (+3 Punkte) Stimmen gewinnen könnte. Die Piraten verharren unter der Fünf-Prozent-Marke.

Jeder dritte Berliner wäre unentschieden oder ginge gar nicht wählen (33 Prozent). Das ist eine deutliche Steigerung, denn im Dezember war es nicht nicht einmal jeder Vierte (21 Prozent).

Umfrage zum Berlinale-Fieber

BerlinTrend wollte außerdem wissen, wie stark in der Hauptstadt die Begeisterung für die Berlinale ist. 89 Prozent der Befragten gaben an, dass sie keine Veranstaltung des Festivals besuchen werden. Sieben Prozent bekannten sich als Berlinale-Fans.

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