Brandenburgs CDU-Landesvorsitzender Mcchael Schierack und FRaktionschef Dieter Dombrowski (Quelle: dpa)
Brandenburg aktuell | 11.02.2014 | Michael Schon

CDU Brandenburg formiert sich neu für den Wahlkampf - Rollentausch vor der Landtagswahl

Ein gutes halbes Jahr vor der Landtagswahl will die CDU in Brandenburg ihren Spitzenkandidaten offenbar besser präsentieren: Michael Schierack soll in der kommenden Woche neben dem Landes- auch den Fraktionsvorsitz übernehmen. Dieter Dombrowski dagegen zieht sich von der Fraktionsspitze zurück - und wird wahrscheinlich Stellvertreter.

Brandenburgs CDU-Fraktionschef Dieter Dombrowski zieht sich von seinem Posten zurück - und präsentiert lächelnd seinen Nachfolger: Er habe vorgeschlagen, in der kommenden Woche seinen bisherigen Stellvertreter Michael Schierack zum Nachfolger zu wählen, sagte der 62-Jährige Dombrowski am Dienstag in Potsdam.

Im Wahlkampf für die Landtagswahl im September solle die CDU als eine Kraft mit einer Person auftreten, begründete Dombrowski seine Entscheidung. Schierack kündigte an, Dombrowski als Stellvertreter an der Fraktionsspitze vorzuschlagen.

Dieter Dombrowski war in den vergangenen 20 Jahren an jeder Intrige in der CDU beteiligt, ich glaube nicht, dass er sich zur Ruhe setzen wird.

Klaus Ness, SPD-Fraktionschef in Brandenburg

Der Weg wird frei für Michael Schierack

Damit ist Schierack endgültig der neue starke Mann an der CDU-Spitze in Brandenburg. Bei seiner Wahl zum Spitzenkandidaten für die Landtagswahl im Herbst erhielt er Ende November knapp 90 Prozent der Stimmen. Dombrowski steht auf Listenplatz vier.

Allerdings ist Schierack bislang bei vielen Brandenburgern noch wenig bekannt. In Umfragen lag der CDU-Politiker zuletzt klar hinter dem SPD-Ministerpräsidenten Dietmar Woidke. Als Fraktionschef würde Schierack deutlicher in Erscheinung treten - beispielsweise würde er im Landtag die entscheidenden Reden halten.

Koalition reagiert zurückhaltend

Die Koalitionsparteien in Brandenburg reagierten zurückhaltend auf die Entwicklung. SPD-Fraktionschef Klaus Ness kommentierte bissig: "Dieter Dombrowski war in den vergangenen 20 Jahren an jeder Intrige in der CDU beteiligt, ich glaube nicht, dass er sich zur Ruhe setzen wird." Michael Schieracks Bekanntheitsgrad sei sehr gering, so Ness: "Die Brandenburger wissen, was sie an Dietmar Woidke haben. Die suchen nicht nach einer Alternative."

Die Fraktionsvorsitzende der Linken, Margitta Mächtig, erklärte, sie glaube nicht, dass Schierack in der eigenen Fraktion großen Rückhalt genieße. Sie hoffe, dass die CDU den Weg zu neuen Konzepten finde.

Als CDU-Landeschef dazugewonnen

Schierack ist seit 2012 Landesvorsitzender der Christdemokraten. Zuvor war seine Vorgängerin Saskia Ludwig nach heftiger innerparteilicher Kritik zurückgetreten. Bei der damaligen Wahl bekam Schierack nur 68,5 Prozent der Stimmen. Im vergangenen Oktober wurde er allerdings mit großer Mehrheit als Parteichef bestätigt: Dort erhielt er bereits 87,7 Prozent der abgegebenen Stimmen.

Kurz zuvor hatten die Christdemokraten bei der Bundestagswahl einen fulminanten Erfolg verbucht: Die Partei kam mit 34,76 Prozent überraschend auf den höchsten Stimmenanteil in der Mark. Während alle anderen etablierten Parteien im Vergleich zur letzten Bundestagswahl Stimmen verloren, konnte die CDU elf Punkte zulegen. Zugleich holte die Partei neun der zehn Direktmandate im Land.

Der im November 1966 in Forst geborene Schierack ist Mediziner. Er promovierte 1997 und hält seit 2008 eine Honorarprofessur für Rehabilitationsmedizin an der Fachhochschule Lausitz. Er hat zwei Kinder und lebt in Cottbus.

BrandenburgTrend vom Dezember 2013

Eine Umfrage von Infratest dimap im Auftrag von Brandenburg aktuell und der Märkischen Oderzeitung (MOZ).

Mehr zum Thema

Das neue Landtagsgebäude in Potsdam (Brandenburg). (Quelle: dpa)

Kollegengespräch zur Landtagswahl - "Die CDU würde sich zu Tode siegen"

Nach dem Rücktritt des populären Ministerpräsidenten Matthias Platzeck liegt die CDU in  Umfragen fast gleichauf mit der SPD. Wie stehen die Chancen der CDU, in Brandenburg wieder an die Macht zu kommen - und wie schlägt sich Dietmar Woidke bislang? Die landespolitischen Korrespondenten des rbb, Torsten Sydow und Alex Krämer, plaudern im Gespräch mit Inforadio-Moderatorin Angela Ulrich aus dem Nähkästchen.

Wahlurne (Quelle: dpa)

Amtliches Endergebnis - So haben Berlin und Brandenburg gewählt

Das amtliche Endergebnis für die Bundestagswahl 2013 hat noch einmal die CDU mit 34,76 Prozent als deutlichen Wahlsieger in Brandenburg bestätigt. Auch in Berlin haben die Christdemokraten deutlich zugelegt und mit 28,5 Prozent der Zweitstimmen ihr bestes Ergebnis bei Bundestagswahlen seit 1994 erreicht.