Verkehrszeichen "Zulässige Höchstgeschwindigkeit 30" aus Lärmschutzgründen mit zeitlicher Beschränkung von 22 bis 6 Uhr am 08.04.2013 in der Siemensstraße in Berlin Schöneweide (Quelle: dpa).

Berlin soll leiser werden - Konzept gegen den Krach gesucht

Etwa 300.000 Berliner leiden unter Verkehrslärm. Ab Montag liegt der Entwurf für einen neuen Aktionsplan gegen den Krach aus, die Bürger sollen sich daran mit Vorschlägen beteiligen. Bis zum 17. März können sie Hinweise geben, an welchen Stellen in der Stadt es besonders laut ist - und wo Lärm vermieden werden kann.

Vorbeidonnernde Züge, hupende Autos, lärmende Laster vor den Fenstern: Etwa 300.000 Berliner leiden unter Krach - besonders nachts. Die Umweltverwaltung will nun mit Unterstützung der Bürger dafür sorgen, dass Berlin leiser wird. Ab Montag liegt der Entwurf für den zweiten Lärmaktionsplan öffentlich im Verwaltungssitz in der Brückenstraße 6 in Mitte aus. Bürger können dort oder mit einem Online-Formular bis zum 17. März Hinweise darauf geben, an welchen Stellen in Berlin es besonders laut ist und Vorschläge machen, wo und wie Lärm vermieden werden könnte.

Flüsterasphalt und Tempolimits

Nach dem Ende der vierwöchigen Frist werden die Hinweise der Bürger entsprechend im Aktionsplan berücksichtigt. Die überarbeitete Version wird voraussichtlich im Mai dem Senat vorgelegt. 

Der Berliner Verkehrsstaatssekretär Christian Gaebler (SPD) wies darauf hin, dass der Senat seit der Verabschiedung des ersten Lärmaktionsplans im vergangenen Jahr bereits mehrere Verbesserungen umgesetzt hat. "Die Anzahl der lärmbetroffenen Anwohner im Bereich der Hauptverkehrsstraßen konnte stadtweit um insgesamt 40.000 Personen verringert werden", sagte Gabler. Möglich gemacht haben das unter anderem mehr Flüsterasphalt auf besonders lauten Straßen, Tempolimits und die Förderung des Einbaus von Schallschutzfenstern. In den kommenden 13 Jahren soll die Zahl der vom Lärm betroffenen Berliner auf diese Weise um weitere 100.000 sinken.

Hier liegt der neue Lärmaktionsplan aus

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