Karla vom Fußballverein Türkiyemspor präsentiert beim Start der Plattform "Berlin-gegen-Nazis.de" am 05.03.2014 in Berlin einen Luftballon mit dem Logo der Kampagne "Berlin gegen Nazis". (Quelle: dpa)

Runter vom Sofa, raus auf die Straße - Internetseite bündelt Aktionen gegen Rechts

Was tun, wenn man gegen Rechtsextreme aktiv werden möchte? Diese Frage soll die Internetseite berlin-gegen-nazis.de beantworten. Ziel ist es, auch Menschen zu erreichen, die sich bisher nicht öffentlich gegen Neonazis engagiert haben. Und auch Humor kann im Kampf gegen Rassismus hilfreich sein.

Gesucht werden die besten Witze über Nazis - lustig, aber keinesfalls menschenverachtend sollen sie sein. Das ist eine der Aktionen auf dem Online-Portal berlin-gegen-nazis.de, das der Berliner Senat am Mittwoch freigeschaltet hat. Über die Plattform können Bürger außerdem innerhalb kürzester Zeit gegen rechtsextreme Veranstaltungen mobil machen oder sich darüber informieren, an welchen bereits geplanten Aktionen sie sich beteiligen können.

Ein Mann putzt in Berlin beschmierte Stolpersteine (Quelle: dpa)
Dilek Kolat bei der Präsentation der neuen Mobilisierungsplattform.

"Berlin putzt Stolpersteine"

Viele Berliner seien bereit, sich zu engagieren, wüssten aber nicht wie, erklärte der Verein für Demokratische Kultur, der die Seite entwickelt hat und betreut. Hier soll das Online-Portal helfen. Neben einem Kalender mit Initiativen verschiedener Veranstalter gibt es Tipps zum kreativen Protest. Eine davon heißt "Berlin putzt Stolpersteine", bei der sich Berliner Bürger dazu verabreden, die Stolpersteine zu putzen, die in den Straßen Berlins an die Opfer des Naziterrors erinnern.

Ein großes Plakat hängt vor dem ver.di-Haus, das für die Initiative "Berlin gegen Nazis" wirbt. (Foto: rbb/Robert Schneider)
Anlaufstelle für alle, die sich gegen rechte Gewalt einsetzen wollen.

Das Projekt wird mit 47.000 Euro von der Senatsverwaltung für Integration finanziert. Laut Integrationssenatorin Dilek Kolat (SPD) gab es 2012 in Berlin 139 rechtsextremistische Angriffe. Solange so etwas passiere, müssten die Berliner auch Gesicht gegen Nazis zeigen.

Das Portal soll auch Menschen ansprechen, die sich von den bisherigen Formen der demokratischen Proteste nicht angesprochen fühlten. Die Website sei deshalb als Informationspool, Mobilisierungskette und Servicestelle für alle Berliner konzipiert, betonte Kolat. Das Frauenteam des Sportvereins Türkiyemspor will zudem künftig alle Spiele in Trikots mit der Aufschrift "Berlin gegen Nazis" bestreiten.