Eröffnung Westteil Park am Gleisdreieck: Eine U-Bahn fährt über Brücke, die über den Park führt. (Quelle: dpa)

Stadtentwicklungskonzept 2030 - Berlin hat Visionen

Berlin ist attraktiv und so soll es auch bleiben. Bis zum Sommer will der Senat ein Stadtentwicklungskonzept 2030 festzurren. Stadtentwicklungssenator Michael Müller (SPD) hat einen ersten Zwischenstand vorgestellt und dabei elf Gebiete genannt, die besonders entwickelt werden sollen - darunter Spandau, Wedding und Marzahn-Hellersdorf.

Der Senat will die Stärken Berlins ausbauen: als Hauptstadt mit internationaler Ausstrahlung, als Wirtschafts- und Wissensstandort, als kreativen Entfaltungsort und als grüne Stadt der kurzen Wege. Das betonte Stadtentwicklungssenator Michael Müller (SPD), als er am Dienstag einen ersten Zwischenstand für das Stadtentwicklungskonzept 2030 vorgestellt hat.

Demnach soll Berlin bis 2030 führende Smart City in Europa werden - ein Vorbild bei innovativen Technologien. "Wir haben eben ein Wissenschaftsumfeld. Wir haben unsere großen landeseigenen Unternehmen. Wir haben Orte, wo geforscht werden kann und wo auch produziert werden kann – in Zukunft mitten in der Stadt," so Müller.

Stadt und Grün sollen gemeinsam wachsen

Die Herausforderungen, vor denen Berlin steht, sind vielfältig: Bis 2030 werden rund 250.000 neue Einwohner erwartet. Berlin müsse sich beispielsweise auf ältere Menschen einstellen, die länger mobil seien, betonte Müller. Das erfordere spezielle Zebrastreifen oder Ampeln mit akustischen Signalen.

Doch gleichzeitig soll auch die Wirtschaft wachsen. Erst im Dezember vergangenen Jahres hatten Wirtschaftsexperten des DIW Berlin bis 2020 ein jährliches Wirtschaftswachstum von 1,9 Prozent vorausgesagt. Die größte Herausforderung sei, die wachsende Wirtschaftskraft mit hoher Lebensqualität zu verbinden. Freiräume und Kreativität sollen erhalten bleiben, Stadt und Grün gemeinsam wachsen, sagte Müller. Dafür werde auch der Dialog mit der Stadtgesellschaft gebraucht, etwa in öffentlichen Veranstaltungen.

Wo Berlin besonders entwickelt werden soll

Elf Gebiete sollen bis 2030 besonders entwickelt werden. So sind beispielsweise Spandau, Buch, Wedding, Tempelhof-Südkreuz und Marzahn-Hellersdorf als sogenannte Transformationsräume vorgesehen. Bis zum Sommer will der Senat den Entwicklungsplan mit konkreten Projekten fertig stellen. An dem Strategie-Papier sind laut Müller Kommunalpolitiker in den Bezirken sowie Institutionen beteiligt.

Mit Informationen von Holger Hansen

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