Kriminalitätsstatik für 2013 - Mehr Wohnungseinbrüche und Diebstähle in Brandenburg
Keine guten Nachrichten für die rot-rote Landesregierung: Im Jahr 2013 wurden im Land Brandenburg rund 2.000 Straftaten mehr verübt als im Vorjahr. Das entspricht einem Anstieg von rund einem Prozent. Vor allem im Berliner "Speckgürtel" wurde mehr eingebrochen und gestohlen.
Die Zahl der Straftaten ist in Brandenburg im Jahr 2013 leicht gestiegen - auf rund 197.230 Fälle (2012: 195.146). Das erklärte Innenminister Ralf Holzschuher (SPD) am Donnerstag in Potsdam.
Statistik zeigt Ausreißer nach oben und nach unten
Ausschlaggebend sei vor allem die Zunahme bei den Diebstählen um rund 4.000 Fälle, sagte der SPD-Politiker. Andererseits sei die Zahl der Gewalttaten wie Mord, Totschlag und Vergewaltigung um rund 20 Prozent gesunken. "Wir haben insgesamt sicher keine zufriedenstellende Lage, aber auch keine grundsätzlich bedrohliche Situation," bewertete der Innenminister. Vor zehn Jahren hätte es noch wesentlich höhere Kriminalitätsraten in Brandenburg gegeben.

Sorgen dürfte dem Innenminister trotzdem bereiten, dass die Zahl der Autodiebstähle um 5 Prozentpunkte zulegte. Auch die Zahl der Wohnungseinbrüche nahm weiter zu. Mehr als 62 Prozent der insgesamt rund 4000 Fälle (2012: 3735) erfolgten dabei im "Speckgürtel" von Berlin. Dort hat sich die Anzahl der versuchten oder gelungenen Einbrüche seit 2009 fast verdoppelt. Da sind Profis unterwegs, meint Polizeipräsident Arne Feuring. "Wir gehen davon aus, dass hier osteuropäische Banden ihr Unwesen treiben, vielfach auch mit einer Depandance in Berlin", erläuterte er. Feuring kündigte an, aus diesem Grund die Zusammenarbeit mit der Berliner Polizei zu intensivieren. Eine gemeinsame Ermittlungsgruppe werde aufgestockt.
CDU fordert, bei der Polizeireform nachzusteuern
Die steigenden Kriminalitätszahlen sind ein halbes Jahr vor der Landtagswahl für die Opposition der Beleg, dass die Polizeireform gescheitert ist. CDU-Fraktionschef Michael Schierack bekräftigt: "Man ist von der falschen Annahme ausgegangen, dass aufgrund der demographischen Entwicklung die Straftaten zurück gehen. Das ist nicht passiert, und deshalb muss schnellstmöglich nachgesteuert werden."
Wegen der steigenden Kriminalität im Speckgürtel und in den Grenzregionen korrigierte die Landesregierung bereits Ende Januar die Polizeireform, die vorsah, die Zahl der derzeit 8.250 Polizisten im Land bis zum Jahr 2020 auf rund 7.000 Stellen zu senken. Die überarbeiteten Pläne sehen vor, dass die Marke von 7.800 Polizisten nicht unterschritten werden soll.
Die CDU fordert nun, mindestens 8.000 Stellen zu erhalten und befindet sich damit auf einer Linie mit der Gewerkschaft der Polizei (GdP). Andreas Schuster, Landesvorsitzender der GdP, kritisierte angesichts der neuen Zahlen: "Fehlende Kräfte gerade im operativen Bereich und starke Überlastung der Kriminalpolizei sind entscheidende Ursachen für die völlig unbefriedigende Aufklärungsquote."
Mit Informationen von Alex Krämer






