Audimax FU Berlin [Foto: dpa]

Nachfrage in Brandenburg gering - Berlin beim Studieren ohne Abi vorn

Immer mehr Studenten in Berlin kommen ohne das klassische Abitur an die Hochschulen. Diese Entwicklung spiegelt einen bundesweiten Trend, denn in den letzten Jahren sind die Regeln für das Studieren ohne Abi in den meisten Ländern einfacher geworden. In Brandenburg steht eine Gesetzesnovelle noch an.

Ohne Abitur zu studieren wird in Berlin immer beliebter. Eine Studie des Centrums für Hochschulentwicklung, CHE, starten bereits 3,8 Prozent aller Studienanfänger ohne Abitur oder Fachhochschulreife. Stattdessen haben sie einen Meistertitel oder eine abgeschlossene Berufsausbildung. Berlin liegt damit nach Hamburg und Nordrhein-Westfalen bundesweit auf dem dritten Platz. Seit 2009 hat Berlin diesen Anteil um 0,5 Prozentpunkte gesteigert.

Luftbild: Campus der Europa-Universität Viadrina (Quelle: Heide Fest)
In Brandenburg haben Studieninteressierte ohne Abi es (noch) schwer

Die Entwicklung in der Hauptstadt spiegelt auch einen deutschlandweiten Trend: Die Zahl der Studienanfänger ohne die klassische Hochschulreife hat lag 2012 bei rund 12.400. Die Zahl hat sich damit seit 2009 fast verdoppelt, damals interessierten sich nur 6.300 Studienanfänger ohne Abitur für ein Hochschulstudium.

In dem Jahr hatte die Kultusministerkonferenz die Öffnung der Hochschulen für Nicht-Abiturienten beschlossen. Die Länder waren damals übereingekommen, Meistern oder anderen beruflich Qualifizierten den Hochschulzugang erheblich zu erleichtern. Seit 2009 haben alle bis auf ein Bundesland ihre Zugangsbedingungen zum Studium ohne Abitur deutlich verbessert: Brandenburg hat dies in einer Gesetzesnovelle für 2014 angekündigt. Hier sind 1,71 Prozent der Studienanfänger 2012 ohne schulische Hochschulzugangsberechtigung immatrikuliert worden – weniger als im Bundesdurchschnitt (2,52%).

Heute gelten in Brandenburg laut CHE "relativ restriktive" Zugangsbedingungen für ein Studium ohne klassische Hochschulreife. Mit Berufsabschluss ist etwa nur ein fachgebundenes Studium möglich – auch Personen mit Meistertitel können nicht, wie in anderen Ländern ihr Fach frei wählen.

Bei der Fächerwahl entscheiden sich knapp die Hälfte der Erstsemester ohne Abitur für die Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften. Jeder Vierte wählt ein Studienfach aus den Bereichen Mathematik, Ingenieur- und Naturwissenschaften sowie Technik.

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