
Nachzahlungen von Steuersündern bringen 46 Millionen Euro ein - Berlin zahlte 195.000 Euro für Steuer-CDs
Die Zahl der Selbstanzeigen von Steuersündern hat sich in Berlin mehr als verdreifacht. Um an hinterzogenes Steuergeld zu kommen, beteiligte sich die Finanzverwaltung auch am Kauf von Steuer-CDs. Offenbar mit Erfolg: Allein in den vergangenen beiden Jahren nahm Berlin durch Nachzahlungen von Steuerbetrügern 46 Millionen Euro ein.
Um an hinterzogenes Steuergeld zu kommen, hat sich die Berliner Finanzverwaltung auch am Kauf von Steuer-CDs beteiligt: Zwischen 2010 und 2012 habe Berlin für vier Steuer-CDs insgesamt 195.000 Euro gezahlt, teilte Finanz-Staatssekretärin Margaretha Sudhof (SPD) auf eine parlamentarische Anfrage der CDU-Fraktion hin mit. Durch die damit verbundenen Nachzahlungen habe Berlin in den vergangenen beiden Jahren 46 Millionen Euro eingenommen. 2013 aber habe das Land keine Daten von Steuersündern mehr gekauft, sagte Sudhof.
Die Zahl der Selbstanzeigen von Steuerbetrügern hat sich in Berlin im vergangenen Jahr mehr als verdreifacht. Wie die Finanzverwaltung bereits Anfang Januar mitteilte, gingen 966 Selbstanzeigen ein, 2012 waren es noch 303 Anzeigen gewesen.

Spitzenreiter Baden-Württemberg
Nach Einschätzungen von Experten ist einer der Hauptgründe für den drastischen Anstieg der Selbstanzeigen der Fall des FC Bayern-Präsidenten Uli Hoeneß. Dieser hatte Anfang 2013 in einer Selbstanzeige eingestanden, Steuern in Millionenhöhe hinterzogen zu haben. Am kommenden Montag muss sich Hoeneß vor dem Münchner Landgericht verantworten.
In Bundesländern wie Hessen zeigten sich 2013 fünfmal mehr Menschen wegen Steuervergehen an, als noch ein Jahr zuvor. Berlin liegt im Ländervergleich auf Platz sieben, Spitzenreiter der Steuersünder ist Baden-Württemberg mit mehr als 6.000 Selbstanzeigen. Studien zufolge entgehen dem deutschen Staat jährlich etwa 65 Milliarden Euro wegen nicht gezahlter Steuern.
Der Berliner Kulturstaatssekretär André Schmitz (SPD) war vor wenigen Wochen zurückgetreten, nachdem er einräumen musste, jahrelang Steuern hinterzogen zu haben. Auf einem geheimen Konto in der Schweiz hatte Schmitz rund 425.000 Euro aus einem Erbe angelegt, die daraus stammenden Zinseinnahmen aber nicht versteuert.



