Auszubildende der Berliner Bäderbetriebe toben am 26.04.2011 im Prinzenbad in Berlin (Quelle: dpa).
31.03.2014 | Abendschau | Heike Bettermann

Aufsichtsrat bestätigt neues Bäder-Konzept - Berliner sollen neue Kombi-Bäder bekommen

Anstatt vor allem marode Sommer- und Hallenbäder zu sanieren, wollen die Berliner Bäderbetriebe ganzjährig nutzbare Multifunktionsbäder bauen. Das Abgeordnetenhaus soll mitentscheiden, wo neue Bäder gebaut werden  - und was sie kosten dürfen. Der erste Neubau soll auf dem Gelände des Sommerbades Mariendorf entstehen.

Neu bauen statt aufmotzen: Geht es nach den Berliner Bäderbetrieben (BBB) wird die Berliner Badelandschaft deutlich umgestaltet. Bislang gibt es in der Hauptstadt vor allem Frei- und Hallenbäder, viele der 62 Bäder sind in schlechtem Zustand. Anstatt sie aufwändig zu renovieren, wollen die BBB in Zukunft lieber Kombi-Bäder bauen - ganzjährig nutzbare Bäder mit Innen- und Außenbereich, gleichermaßen geeignet für Schwimmsportler und Wellness-Anhänger.

Am Montag stellten die BBB ihre Pläne dem von Innen- und Sportsenator Frank Henkel (CDU) geleiteten Aufsichtsrat vor. Dieser zeigte sich angetan von dem neuen Bäderkonzept - verlangte aber, das Abgeordnetenhaus einzubeziehen. Henkel sagte, er halte "einen breiten gesellschaftlichen Konsens" für notwendig. Das Parlament solle mitdiskutieren, wo neue Bäder entstehen und was sie kosten dürfen.

Wir gehen nicht davon aus, dass es zu Preissteigerungen kommt."

Ole Bested Hensing, Chef der Berliner Bäderbetriebe

Hallen- und Freibäder am unbeliebtesten

Das dürfte keine leichte Aufgabe werden, denn die Wunschliste der BBB ist lang: Barrierefrei sollen die Multifunktionsbäder sein, umweltfreundlicher, "generationengerecht", sie sollen so attraktiv sein, dass sie mehr Besucher  - auch aus anderen Berliner Bezirken - anlocken. Die Eintrittspreise sollen trotzdem nicht steigen. "Wir gehen nicht davon aus, dass es zu Preissteigerungen kommt", sagte Bäderchef Ole Bested Hensing am Montag im rbb. Bis spätestens Ende Juni will Senator Henkel dem Abgeordnetenhaus ein konkretes Konzept vorlegen.

Die Bäderbetriebe stützen sich bei ihren Überlegungen auf eine Umfrage, die sie in Auftrag gegeben hatten: Bundesweit wurden 1.250 Menschen, darunter 220 Berliner, danach befragt, welches Bad für sie am attraktivsten ist. 60 Prozent der Berliner Befragten sprachen sich für das 365-Tage-Kombibad aus. Die in Berlin vorherrschenden Hallen- und Freibäder schnitten dagegen am schlechtesten ab.

Zunächst vier Bäder geplant

Bislang rechnen die BBB mit Kosten von rund 38 Millionen Euro pro Neubau. Zunächst sind vier Bäder geplant, als Pilotprojekt stellte Bäder-Vorstand Bested Hensing dem Aufsichtsrat das Gelände des sanierungsbedürftigen Mariendorfer Sommerbades an der Rixdorfer Straße vor. Als weitere Standorte sind Pankow, Charlottenburg und der Tierpark Friedrichsfelde im Gespräch. Von den bestehenden Berliner Bädern sollen alle geöffnet bleiben - allerdings nur vorläufig. "Wenn die neuen Bäder fertig sind, muss man überlegen, ob man die alten Bäder an deren Stelle schließt", sagte Bested Hensing im rbb.

Mit Informationen von Ute Schuhmacher

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