Sonnenuntergang im Naturpark Westhavelland nahe Gülpe (Brandenburg) (Quelle: dpa)

Brandenburg verhandelt mit Bund über Kauf von Gewässern - Sie wollen mehr Seen

Mehr als 3.000 Seen liegen in Brandenburg, nun will das Land erneut einige von ihnen  kaufen - damit sie nicht privatisiert werden. Mit dem Bund verhandelt Brandenburg momentan über den Kauf von mindestens sieben größeren und 51 kleineren Seen. Der Plan von Finanzminister Görke, die Gewässer kostenlos zu bekommen, scheiterte.

Brandenburg will dem Bund nochmals Seen abkaufen. Das Land verhandele derzeit über drei "Pakete" verschiedener Gewässergrößen, sagte eine Sprecherin des Finanzministeriums der Nachrichtenagentur dpa. Es gehe zunächst um 51 kleine Seen, deren Flächen zum Teil dem Bund gehörten. Außerdem verhandele Brandenburg mit der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) über den Kauf von sieben größeren Seen. Darüber hinaus liefen Gespräche zur Übernahme von Seen, die maximal fünf Hektar groß seien. Die genaue Zahl dieser Gewässer werde derzeit ermittelt.

Bereits im Sommer 2012 hatte Brandenburg dem Bund nach monatelangen Verhandlungen 65 Seen für 3,74 Millionen Euro abgekauft. Nach Informationen der Märkischen Oderzeitung sollen die meisten dieser Gewässer bis zum Sommer Kommunen übergeben werden. Brandenburg will mit den Käufen verhindern, dass die Seen privatisiert werden und damit nur noch eingeschränkt für die Öffentlichkeit zugänglich wären. Als ein Negativbeispiel gilt der Verkauf des Wandlitzsees an einen Investor. Dieser verlangte daraufhin Gebühren von den Anrainern für die Nutzung von Stegen und einem Strandbad.

Der bisherige Fraktionschef der Fraktion Die Linke im brandenburgischen Landtag, Christian Görke, folgt Helmuth Markov als Finanzminister nach (Quelle: dpa)
Finanzminister Christian Görke konnte sich mit seiner Forderung beim Bund, die Seen gratis übertragen zu bekommen, nicht durchsetzen.

Bund lehnt kostenlose Übertragung der Seen ab

Brandenburgs Finanzminister Christian Görke (Linke) machte zum Kaufpreis in den aktuellen Verhandlungen keine Angaben. Klar aber ist: Mit seinem Wunsch, die Seen kostenlos vom Bund zu übernehmen, konnte sich Görke nicht durchsetzen.

Das Argument der Brandenburger Regierung bei diesen Verhandlungen: Der Bund habe die Seen aus dem DDR-Nachlass geerbt und könne sie darum auch kostenlos überschreiben. Der Bund aber lehnt das kategorisch ab. Der Märkischen Oderzeitung sagte Görke, es sei bedauerlich, dass für die Seen nun überhaupt gezahlt werden müsse.

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