Zwei Polizisten durchsuchen mit einem Drogensuchhund die Grünflächen und Gebüsche im Görlitzer Park in Berlin. (Quelle: dpa)

Anwohner, Bezirk und Polizei im Gespräch - Neues Sicherheitskonzept für Görlitzer Park

Von allen Parks in Berlin hat er den schlechtesten Ruf: der Görlitzer Park. Drogendealer machen das Areal schon lange unsicher, verkaufen ihre Waren auch an Jugendliche. Immer wieder kommt es zu gewaltsamen Zwischenfällen. Nun wollen Bezirk, Polizei und Anwohner die Situation verbessern und arbeiten an einem Sicherheitskonzept.

Beschwerden wegen der Drogendealer im Görlitzer Park gibt es schon lange. Doch als kürzlich Kokain auf einem Kinderspielplatz gefunden wurde, war die Kritik an den Berliner Behörden besonders laut. Nun soll die Sicherheit in dem Kreuzberger Park verbessert werden.

Am Dienstag fand ein erstes Treffen zwischen Vertretern von Polizei, dem Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg und Anwohnern statt. Ziel sei es, gemeinsame Strategien gegen den Verkauf illegaler Drogen im Park zu entwickeln, sagte der Bezirksamt-Sprecher gegenüber dem rbb.

Polizei und Ordnungsamt werden künftig enger zusammen arbeiten und mehr Präsenz im Park zeigen. Dabei liege ein Fokus auf dem Kinder- und Jugendschutz, so der Sprecher des Bezirkamtes. Der Drogenverkauf an Jugendliche soll stärker kontrolliert und verhindert werden.

Außerdem soll der Park umgestaltet werden, damit er wieder mehr von Anwohner genutzt wird und weniger von Drogenkonsumenten und Dealern. Beim nächsten Treffen in zwei Wochen soll das Sicherheitskonzept weiter konkretisiert werden.  

Der Görlitzer Park ist neben der Hasenheide einer der größten illegalen Drogenumschlagplätze in Berlin. Bis zu hundert Händler sind hier täglich anzutreffen. Die Bezirksbürgermeisterin von Friedrichshain-Kreuzberg, Monika Herrmann (Grüne) setzt sich für die Legalisierung von Cannabis ein. Das erste Ziel ist ihrer Ansicht nach ein Laden in ihrem Bezirk (ein sog. "Coffeeshop"), in dem der Verkauf staatlich kontrolliert wird. SPD, Linke und Piratenpartei befürworten das - die CDU dagegen nicht.

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Der kleinste Berliner Bezirk hat große Pläne. Oder vielmehr: Monika Herrmann, die grüne Bezirksbürgermeisterin von Friedrichshain-Kreuzberg, hat große Pläne. Sie will den Drogenhandel im Görlitzer Park eindämmen, indem sie einen "Coffeeshop" im Bezirk einrichten lässt - und damit ganz nebenbei den Handel mit Cannabis legalisiert. Die Anwohner sind skeptisch, ob die Probleme damit kleiner werden. Von Katja Weber