Berliner Sozialsenator Mario Czaja (Quelle: dpa)

Berufsbild soll aufgewertet werden - Senator Czaja startet Kampagne zur Altenpflege

Wir werden immer älter: Bis zum Jahr 2030 sollen in der Hauptstadt doppelt so viele Hochaltrige - über 80-Jährige - leben wie heute. Damit gibt es auch deutlich mehr Pflegebedürftige. Doch es fehlen Altenpfleger. Deswegen startete das Land nun eine Werbekampagne unter dem Motto: "Gepflegt in die Zukunft".

Berlin braucht mehr Pflegekräfte. Denn in 15 Jahren wird sich die Zahl der über 80-Jährigen im Vergleich zu heute voraussichtlich verdoppelt haben. Und mit zunehmenden Alter steigt die Wahrscheinlichkeit, pflegebedürftig zu sein. Doch es gibt bereits heute zu wenig Menschen, die in der Altenpflege arbeiten wollen. Gründe sind unter anderem schlechte Bezahlung und eine mangelnde gesellschaflliche Reputation.

Eine ambulante Pflegekraft misst den Blutdruck einer alten Dame (Quelle: dpa)
Ambulante Altenpfleger sollen künftig besser bezahlt werden

Auch Promis werden alt

Politisch sind bereits erste Schritte unternommen worden, um den Beruf aufzuwerten: Der Senat und die Krankenkassen haben sich am Mittwoch auf eine bessere Bezahlung der ambulanten Pflege geeinigt.

Unter dem Motto "Gepflegt in die Zukunft" will Mario Czaja, Senator für Gesundheit und Soziales, nun eine Kampagne starten, um für das Thema Altern zu sensibilisieren und mehr Menschen für eine Ausbildung in Pflegeberufen zu begeistern. 

Die Motive sind ab April auf fast 600 Werbeflächen und Plakaten in ganz Berlin zu sehen. Vier Prominente machen sich für die Kampagne stark: Désirée Nick, Ingo Appelt, Ross Antony und Stefan Kretzschmar ließen sich "auf alt schminken" und in einem typischen Pflegeumfeld filmen und fotografieren.

"Altenpflege ist ein Beruf, der gesellschaftlich immer wichtiger wird. Bis zum Jahr 2030 wird es 170.000 Pflegebedürftige in Berlin geben. Altern geht uns alle an, weil wir alle davon betroffen sind – auch Prominente", erklärte Czaja.

Digital altern mit dem Age-O-Mat

Ein weiterer wichtiger Bestandteil der Kampagne ist die Website www.berlin.de/gepflegt-in-die-zukunft. Interessierte können sich dort über Ausbildungs- und Fördermöglichkeiten informieren. Sie finden eine Liste mit Aus- und Weiterbildungsstätten sowie wichtigen Terminen, Zahlen und Fakten rund um das Thema "Altenpflege".

Zusätzlich wird die Aktion auf zahlreichen Veranstaltungen vorgestellt, zum Beispiel beim Christopher Street Day / Stonewall Parade. Mit im Gepäck: ein Alterungstool, mit dem eine digitale Alterung auf etwa 80 Jahre möglich ist. Der so genannten Age-O-Mat ist auch auf der Webseite eingebunden.

Martin Matz, Vorsitzender der Liga der Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege Berlin, begrüßte die Kampagne: "Zehntausende engagierte Pflegerinnen und Pfleger arbeiten tagtäglich für die Träger der Freien Wohlfahrtspflege in Berlin. Sie verdienen unsere Anerkennung, eine Verbesserung ihrer Arbeitsbedingungen sowie eine höhere Wertschätzung ihrer Arbeit."

Im Dezember 2012 wurde die vom Bund initiierte "Ausbildungs- und Qualifizierungsoffensive Altenpflege 2012-2015" von Bund, Ländern und Verbänden unterzeichnet. Darin haben sich die Vertragspartner verpflichtet, die gesellschaftliche Bedeutung des Berufsfeldes Altenpflege durch intensive Öffentlichkeitsarbeit zu fördern. Berlin ist nun als erstes Bundesland dieser Verpflichtung nachgekommen.

Ein gesellschaftlich wichtiger Beruf

Martin Matz, Vorsitzender der Liga der Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege Berlin, begrüßte die Kampagne: "Zehntausende engagierte Pflegerinnen und Pfleger arbeiten tagtäglich für die Träger der Freien Wohlfahrtspflege in Berlin. Sie verdienen unsere Anerkennung, eine Verbesserung ihrer Arbeitsbedingungen sowie eine höhere Wertschätzung ihrer Arbeit."

Im Dezember 2012 wurde die vom Bund initiierte "Ausbildungs- und Qualifizierungsoffensive Altenpflege 2012-2015" von Bund, Ländern und Verbänden unterzeichnet. Darin haben sich die Vertragspartner verpflichtet, die gesellschaftliche Bedeutung des Berufsfeldes Altenpflege durch intensive Öffentlichkeitsarbeit zu fördern. Berlin ist nun als erstes Bundesland dieser Verpflichtung nachgekommen.

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