Dilek Kolat (Bild: dpa)

Wahlen am 26. April - Kolat muss um Kreisvorsitz in Tempelhof-Schöneberg kämpfen

Die Integrationssenatorin steckt derzeit mitten in den schwierigen Verhandlungen mit den Flüchtlingen vom Oranienplatz. Doch damit nicht genug, denn Dilek Kolat muss als nächstes ihr Amt als SPD-Kreischefin in Tempelhof-Schöneberg verteidigen. Eine Gegenkandidatin hat sich für die Wahlen am 26. April aufstellen lassen.

Nach dem Streit um die Flüchtlinge vom Oranienplatz muss sich Integrationssenatorin Dilek Kolat (SPD) mit dem nächsten Problem beschäftigen: Die 47-Jährige muss um ihr Amt als Kreisvorsitzende in Tempelhof-Schöneberg kämpfen.

Zu den Wahlen am 26. April hat sich eine weitere Kandidatin aufstellen lassen: die stellvertretende Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen, Anett Baron. Sie setze sich für eine starke, offene und faire SPD ein, so Baron.

Schwere Vorwürfe gegen Kolat

Gegen die amtierende Kreischefin gab es in letzter Zeit schwere Vorwürfe: So soll Kolat bei der Aufstellung der Delegierten Einfluss auf die Mitglieder in Friedenau genommen haben. Zudem sollen Mitglieder aus anderen Ortsvereinen kurz vor der Wahl nach Friedenau umgemeldet worden sein, obwohl sie dort nicht wohnen. Das soll der Kreisvorstand Tempelhof-Schöneberg genehmigt haben. In der Jahreshauptversammlung der Abteilung Ende Februar habe ein Mitglied andere aufgefordert, Wahlzettel offen auszufüllen und bestimmte Delegierte anzukreuzen, die als Kolat-Unterstützer gelten.

Mittlerweile hat der Kreisvorstand Tempelhof-Schöneberg alle Vorwürfe geprüft und in allen Punkten zurückgewiesen. Die Vorwürfe hätten sich nicht erhärtet, so der stellvertretende Kreisvorsitzende, Frank Zimmermann.

Für Kolat ist die Wiederwahl als Kreischefin in Tempelhof-Schöneberg parteipolitisch äußerst wichtig: Denn sie zählt zum Kreis der möglichen Nachfolger für den nicht nur in Umfragen schwächelnden Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD).

Die SPD Tempelhof-Schöneberg führt sie seit zehn Jahren an. Manche Parteimitglieder sollen sich aber schon deswegen ein neues Gesicht an der Spitze wünschen.

Engagierte Vermittlerin

Zuletzt hatte sich die Integrationssenatorin vor allem als Vermittlerin zwischen dem Senat und den Flüchtlingen auf dem Oranienplatz engagiert. Mitte März hatte sich die als durchsetzungsstark geltende SPD-Politikerin mit Flüchtlingsvertretern auf eine friedliche Räumung des Platzes geeinigt. Auch die besetzte Gerhart-Hauptmann-Schule solle freigemacht werden. Im Gegenzug will der Senat Unterkünfte zur Verfügung stellen und die Asylanträge einzeln prüfen.

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