
Kommentar | BTU ohne Präsident - Kopflos
Die neue BTU Cottbus-Senftenberg bleibt vorerst ohne Präsident. Der Bremer Wirtschaftswissenschaftler Jochen Zimmerman hat endgültig das Handtuch geworfen - nach einem Gespräch mit Wissenschaftsministerin Sabine Kunst. Die BTU bleibt damit kopflos - und steht damit nicht allein. Ein Kommentar von Dirk Schneider - rbb-Studio Cottbus.
Der Rückzug Zimmermanns ist eine Katastrophe für die Lausitz. Das ohnehin riskante Experiment BTU Cottbus-Senftenberg steht weiter still. Entscheidende Weichen für den strukturellen Aufbau können nur mit einem Präsidenten gestellt werden. Es wird Monate dauern, neue Kandidaten dafür zu begeistern, wenn sich überhaupt noch geeignete Bewerber dafür finden lassen.
Die Verantwortung dafür trägt die Ministerin. Die Neugründung der Uni ist ihr Großprojekt. Sie hat die Fusion mit großem Tempo von oben herab durchgepeitscht. Und sie hat den Gründungspräsidenten verbrannt. Dass sie - längst ausgeräumte - Differenzen um die private Nutzung des Dienstwagens öffentlich gemacht hat, obwohl es viel gravierendere Streitthemen gab - ist schlicht unglaublich. Das zeigt ein weiteres Mal, dass Kunst mit der Sache und auch mit dem Amt als Ministerin schlicht überfordert ist.
Es ist an der Zeit, dass die parteilose Politikerin zurücktritt. Nur dann öffnen sich neue Wege. Und die werden jetzt gebraucht, um das Experiment BTU Cottbus Senftenberg erfolgreich fortzusetzen oder – auch das darf kein Tabu sein - zu beenden.

