Kerstin Philipp, GdP (Quelle: Archiv GdP)

Berliner Gewerkschaft der Polizei hat neue Vorsitzende - Erste Frau an der Spitze

Die 51-jährige Kerstin Philipp ist mit großer Mehrheit zur Vorsitzenden der Berliner Gewerkschaft der Polizei gewählt worden. Die aus Salzwedel (Sachsen-Anhalt) stammende Polizeiangestellte hat schon fast 25 Jahre GdP-Erfahrung auf dem Buckel. Vor ihr liegen große Aufgaben.

Mit 126 von 128 Stimmen wählte die Hauptstadt-GdP Kerstin Philipp zur neuen Landesvorsitzenden. Damit steht bundesweit erstmals eine Frau an der Spitze der Gewerkschaft der Polizei. Philipp war die einzige Kandidatin für den Vorstandsposten.

Der bisherige Berliner GdP-Vorsitzende Michael Purper, seit 2010 im Amt, hatte im Herbst letzten Jahres überraschend bekannt gegeben, nicht mehr kandidieren zu wollen. Auch sieben weitere Vorstandsmitglieder hatten angekündigt, sich nicht mehr einer Wiederwahl zu stellen. In Berlin vertritt die GdP die Interessen von 13.500 Polizisten, Feuerwehrleuten und Mitarbeitern der Bürger- und Ordnungsämter der Bezirke.

Sie freue sich über das Vertrauen, das in sie gesetzt werde, sagte Philipp nach der Abstimmung am Mittwoch. "Dass sich die Delegierten erstmals für eine Frau an ihrer Spitze ausgesprochen haben, werte ich als Zeichen der besonderen Wertschätzung der Arbeit der Frauen bei der Polizei, der Feuerwehr, dem LABO und in den Bürger- und Ordnungsämter." Außerdem - so Philipps- sei es auch ein Zeichen in Richtung Politik. "Hier sind wir, die GdP, kein Haufen alter Herren, der in seinem eigenen Saft schmort, sondern eine aufgeschlossene Truppe aus Männern und Frauen, die Dampf macht."

Große Aufgaben warten

Kerstin Philipp begann im Alter von 18 Jahren ihre Arbeit bei der Volkspolizei der DDR und war bis 1990 in Köpenick eingesetzt. Nach der Wende wechselte sie als Angestellte in den Dienst der Berliner Polizei und trat bereits 1990 der GdP bei. Hier übernahm sie schon früh leitende Funktionen: Ab 1992 war Kerstin Philipp Bezirksgruppenvorsitzende der Polizeidirektion 6 (Lichtenberg, Marzahn-Hellersdorf und Treptow-Köpenick), 1994 wurde sie zur Vize-Vorsitzenden der Berliner GdP, 2002 zur stellvertretenden Bundesvorsitzenden gewählt.

Auf Kerstin Philipp, die sich auch schon als Mitglied der Großen GdP-Tarifkommission einen Namen gemacht hat, warten große Aufgaben: Es fehlt der Berliner Polizei und der Feuerwehr an Nachwuchskräften, gleichzeitig werden in den nächsten Jahren tausende Beamte altersbedingt in Pension gehen.

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