
Durchbruch in Potsdam - Tarifeinigung im öffentlichen Dienst
Der Tarifkonflikt im öffentlichen Dienst ist beigelegt: Die Tarifparteien einigten sich in Potsdam auf einen Kompromiss, der ein Gehaltsplus von drei Prozent in diesem Jahr und weiteren 2,4 Prozent im kommenden Jahr vorsieht. Die Tarifkommissionen gaben am Dienstag grünes Licht.
Die 2,1 Millionen Angestellten von Bund und Kommunen bekommen deutlich mehr Geld.
Die Verhandlungsführer von Arbeitgebern und Gewerkschaften einigten sich in Potsdam auf einen Kompromiss, der ein Gehaltsplus von drei Prozent in diesem Jahr festschreibt, mindestens aber 90 Euro. Im kommenden Jahr gibt es eine Erhöhung um 2,4 Prozent.
Zudem bekommen alle Mitarbeiter einen Tag mehr Urlaub, wie Bundesinnenminister Thomas de Maiziere (CDU) zum Abschluss der Tarifverhandlungen in Potsdam sagte.
dbb: Untere Einkommensgruppen bekommen bis zu 7,6 Prozent mehr
De Maiziere sprach von einem "guten und fairen Ergebnis", die Laufzeit betrage zwei Jahre.
Für die Gewerkschaftsseite erklärte Verdi-Chef Frank Bsirske, es sei gelungen, eine soziale Komponente durchzusetzen. Der Sockelbetrag von 90 Euro für die unteren Lohngruppen liege deutlich oberhalb der Preissteigerungsrate. Der Verhandlungsführer vom Deutschen Beamtenbund (dbb), Willi Russ, rechnete vor, dass dieser bei den unteren Einkommensgruppen zu einer Gehaltserhöhung von bis zu 7,6 Prozent führen werde.
Thomas Böhle, Chef des kommunalen Arbeitgeberverbandes, sprach von einem angemessenen und moderaten Einkommenszuwachs. Das ausgehandelte Gesamtpaket bezifferte er auf einen Lohnzuwachs von 5,4 Prozent.
Öffentlicher Dienst in Brandenburg und Berlin
In Brandenburg profitieren etwa 60.000 Angestellte kommunaler Einrichtungen von dem Tarifabschluss.
Zu den Berliner Arbeitnehmern, um deren Einkommen in Potsdam verhandelt wurde, zählen Mitarbeiter landeseigener Betriebe wie der Berliner Stadtreinigung (BSR), der Messe, der Bäder- und Wasserbetriebe und des Vivantes-Klinikums, außerdem Beschäftigte von Hochschulen und Wohnungsbaugesellschaften.
Auch die Bundesbeamten in der Region dürfen eine Gehaltserhöhung einplanen: De Maiziere will das Ergebnis "zeit- und inhaltsgleich" auf alle Bundesbeamten übertragen.




