Zulassungshürden fallen - TU Berlin will mehr Studenten anlocken
Der neue Präsident der Technischen Universität, Christian Thomsen, will frischen Wind ins Hochschulleben bringen. Um den Zugang zur TU zu erleichtern, soll in mehreren Fächern der Numerus Clausus fallen. Quereinsteigern verspricht Thomsen mehr Unterstützung. Gleichzeitig nimmt die TU künftig mehr Studenten auf.
Junge Menschen sollen leichter einen Studienplatz an der Technischen Universität Berlin bekommen. Dazu will der frischgebackene TU-Präsident, Christian Thomsen, in mehreren Studiengängen die Zulassungsbeschränkungen streichen. Einige Fachbereiche sollen rund 20 Prozent mehr Studenten aufnehmen, wie Thomsen am Donnerstag erläuterte.
Im Wintersemester wird nach seinen Angaben der Numerus Clausus für Chemie abgeschafft, Physik und Mathematik sind bereits NC-frei. Auch für Quereinsteiger soll das Studieren an der TU leichter werden.
Befürchtungen, dass zahlenmäßige Verhältnis von Professoren zu Studenten - derzeit liegt es bei 1:100 - würde sich verschlechtern, trat der neue TU-Präsident entgegen. Die Lehre werde nicht nur von den Professoren gemacht, sondern in Kleingruppen und Projektarbeiten, sagte Thomsen im rbb. "Das eigentliche Lernen findet häufig dort statt und da werden wir kleine Zahlen beibehalten können."
Gleichzeitig räumte Thomsen ein, dass die TU für ihre Pläne mehr Mittel benötigt. "Wir werden uns um Mittel bemühen, insbesondere auch für ein Studium Generale, das wir als neues Zugangskonzept zur Uni einführen wollen", erklärte Thomsen.
Studium Generale für Unentschlossene
Wie Thomsen weiter erklärte, wurde das Studium Generale in den MINT-Bereichen - also Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik - bereits eingeführt und gut angenommen. Dabei können sich die Studenten an der Uni einschreiben und ein Jahr lang jede gewünschte Vorlesung besuchen. Erst danach müssen sie sich für einen Fachbereich entscheiden. "Es gibt den jungen Menschen Orientierungszeit, um danach den richtigen Studiengang zu wählen", erklärte Thomsen das Konzept. So käme es auch nicht zu Überfüllungseffekten in einzelnen Bereichen.
Darüber hinaus ist geplant, enger mit Forschungseinrichtungen und Firmen aus der Region zusammenzuarbeiten. "Wir möchten unsere Kooperationen ausbauen und im Gründerbereich noch mehr Start-ups aus der Wissenschaft für die Gründerhauptstadt initiieren", hieß es in einer Mitteilung der Universität.
Steinbach überraschend abgewählt
Thomsen war im Januar überraschend zum neuen TU-Präsidenten gewählt worden. Zwar hinterließ sein Vorgänger Jörg Steinbach nach vierjährigen Amtszeit eine gute Bilanz bei Finanzen und im Ausbau der Forschung, er war aber wegen seines Führungsstils in die Kritik geraten.
Herausforderer Thomsen hatte bereits während seiner Kandidatur damit geworben, dass er den didaktischen Stil an der TU ändern und für mehr Wahlfreiheit für die Studierenden sorgen wolle.


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