Alte Aufnahme mit Kindern die vor dem Restaurant Minsk spielen (Bild Architektur der DDR Heft 10 Jahrgang 1979)

Pläne des Landessportbundes Brandenburg - Aus dem "Minsk" soll eine Kita werden

Ein Tochterunternehmen des Brandenburger Landessportbundes will das ehemalige Terrassenrestaurant "Minsk" auf dem Potsdamer Brauhausberg kaufen. Der Plan: Eine Kita soll dort entstehen, mit 200 Plätzen. Wie das gehen soll, erklärt der Geschäftsführer der Sportjugend, Robert Busch, im Interview mit rbb online.

rbb online: Herr Busch, der Landessportbund will ein altes DDR-Restaurant erwerben und hat sich an dem Verfahren dazu beteiligt?

Robert Busch: Wir haben vier Wochen intensiv an der Idee gearbeitet. Am vergangenen Freitag habe ich dann um 12 Uhr die Umschläge abgegeben - mit zehn Seiten Konzept. Falls wir den Zuschlag bekommen, müssen wir natürlich noch prüfen, ob da irgendwo Asbest drin ist oder im Boden Verunreinigungen sind.

Visualisierung des "Minsk" als Kita (Montage LSB SportService Brandenburg)
So stellt sich der LSB das runderneuerte "Minsk" als Kita vor.

Der zukünftige Besitzer des "Minsk" hätte das Recht, das Gebäude abzureißen. Sie dagegen wollen es erhalten, richtig?

Ja. Wir betreiben bereits neun bewegungs- und gesundheitsorientierte Kindertagesstätten - sechs in Potsdam, eine Falkensee und zwei in Brandenburg an der Havel - mit insgesamt rund 1.200 Kindern und über 150 Beschäftigten. Und wir suchen noch eine zehnte Einrichtung als Referenzstandort. Wir haben auch ein eigenes Gütesiegel entwickelt, um landesweit bewegungsorientierte Einrichtungen zu zertifizieren. Nach diesen Kriterien würden wir auch die neue Einrichtung auf dem Brauhausberg konzipieren.

Eine Bürgerinitiative setzt sich dafür ein, dass das "Minsk" in seiner Architektur erhalten bleibt, zumindest äußerlich. Passt das zu dem, was der LSB dort vor hat?

Ja, das ist auch unser Anspruch. Deswegen haben wir uns auch ein Architekturbüro genommen, das etwas davon versteht, wie man solche Betonbauten hübsch machen kann.

Das Gebäude ist aktuell allerdings in einem sehr schlechten Zustand. Haben Sie sich schon überlegt, was da alles dran gemacht werden müsste?

Das ist wirklich traurig, ja. Wir waren ja drin, es ist nicht schön. Aber ich kann nur den Aussagen des Architekten glauben, der uns berät. Der meint, die Bausubstanz des Betongerüstes ist gut. Der Rest, zum Beispiel die Zwischenwände, muss ohnehin rausgerissen werden. Der Vorteil des Gebäudes ist aber, dass es diese quadratische Grundkonstruktion hat. Das ermöglicht uns, dort ein gutes Raumkonzept unterzubringen. Wir haben in Falkensee ein ähnliches Objekt gebaut, mit einem Optimum an Nutzfläche. Von der Grundstruktur würde sich das auch im "Minsk" umsetzen lassen.

Wissen Sie jetzt schon, wie viele Kinder der LSB dort unterbringen könnte?

Wir rechnen mit bis zu 200 Kindern.

Reden wir über den Kaufpreis. Wo liegt Ihre finanzielle Schmerzgrenze?

Oh, ich weiß nicht, ob ich das sagen darf. Da möchte ich dem Verfahren nicht vorgreifen. Auf jeden Fall kann ich sagen, dass wir keinen Schleuderpreis geboten haben – aber sicherlich auch nicht das, was die Fläche für Wohnungsbau abwerfen würde. Das geht auch gar nicht.

Unter dem "Minsk" ist ein alter Luftschutzbunker. Könnte der nicht zum Problem für das Kita-Konzept werden?

Den Bunker haben wir integriert. Wir haben ja in Potsdam schon sechs Kitas und suchen auch noch einen Standort, wo wir für die Kinder kochen können. Das sind etwa 1.000 Portionen. Im Keller des "Minsk" ist dafür Platz, inklusive der nötigen Lagerstätten.

Hat Potsdam denn überhaupt Bedarf für eine neue Kita?

[lacht] Also ich weiß sicher, dass der Bedarf da ist, auch in diesem Bereich. Wir wollten schon einmal auf dem Brauhausberg, am Havelblick über dem "Minsk", ein altes Wohnhaus kaufen und dort unseren zehnten Standort einrichten. Da wussten wir schon vom Bedarf – kamen aber nicht zum Zuge weil sich das Jugendamt nicht offensiv dazu bekannt hat.

 

Das Gespräch führte Sebastian Schöbel-Matthey

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