Neuer Stoff ab dem Schuljahr 2016/17 - Berlin und Brandenburg bekommen neue Rahmenlehrpläne

Alle zehn Jahre müssen die Rahmenlehrpläne in Berlin und Brandenburg erneuert werden - damit das in der Schule vermittelte Wissen auf dem neuesten Stand bleibt. Um eine Vielzahl einzelner Pläne abzulösen, soll es ab dem Schuljahr 2016/17 zum ersten Mal einen übergreifenden Rahmenlehrplan für die Klassenstufen eins bis zehn geben. Seit Freitag steht er im Netz.

Die Berliner Schulsenatorin Sandra Scheeres und ihr Brandenburger Kollege Günter Baaske (beide SPD) haben am Freitag den neuen Rahmenlehrplan für Berlin und Brandenburg vorgestellt. Der Plan legt fest, was die Schüler ab dem Schuljahr 2016/17 in den Klassenstufen eins bis zehn lernen sollen und wurde am Mittag im Internet veröffentlicht.

Online-Beteiligung bis Ende März

Dies war zugleich der Startschuss für das öffentliche Beteiligungsverfahren: Bis zum 27. März 2015 können sich Lehrkräfte, Eltern, Schülerinnen und Schüler, Schulleitungen, schulische Gremien, aber auch alle an Bildung interessierten Verbände sowie Einzelpersonen über ein Online-Formular zum neuen Rahmenlehrplan äußern. Ziel ist es, die Lehrpläne für die Schulen moderner zu gestalten und gleichzeitig zu entschlacken. Sie müssen laut Schulgesetz spätestens alle zehn Jahre überarbeitet werden.

Baaske wies daraufhin, dass es für die Jahrgangsstufen ein bis zehn in Berlin und Brandenburg bisher 68 verschiedene Rahmenlehrpläne gab. Diese wurden nun zum ersten Mal durch einen einzigen übergreifenden Plan für alle zehn Klassenstufen abgelöst: "So entsteht am Ende der Jahrgangsstufe 6 beim Übergang in die weiterführende allgemeinbildende Schule nicht nur mehr Transparenz, sondern wir berücksichtigen mit dem schulstufenübergreifenden Rahmenlehrplan das unterschiedliche Lerntempo und die individuelle Förderung aller Lernenden", sagte Baaske.

Scheeres betont Bedeutung des inklusiven Lernens

Entwickelt wurde das neue Rahmenwerk vom Landesinstitut für Schule und Medien Berlin-Brandenburg (LISUM). Um den Praxisbezug zu sichern, wirken an der Überarbeitung Lehrkräfte aus beiden Ländern mit. Die konzeptionellen Vorarbeiten hatten bereits im Frühjahr 2012 mit der wissenschaftlichen Begutachtung der aktuellen Pläne begonnen. Außerdem wurden an den Schulen in Berlin und Brandenburg umfangreiche Befragungen durchgeführt.

rbb-Sommerinterview: Sandra Scheeres im Jacob-und-Wilhelm-Grimm-Zentrum (Foto: rbb/Karo Krämer)
Die Berliner Schulsenatorin Sandra Scheeres (SPD)

Scheeres wies daraufhin, dass der neue Rahmenlehrplan einen besonderen Schwerpunkt auf das "inklusive Lernen", also das gemeinsame Lernen von behinderten und nicht-behinderten Kindern, legt. "Er berücksichtigt unterschiedliche Lerngeschwindigkeiten und greift Themen auf, die für die Lebensgestaltung und die Berufsorientierung der Schülerinnen und Schüler in unserer heutigen und zukünftigen Gesellschaft von Bedeutung sind", so die Senatorin am Freitag.

Der neue gemeinsame Plan ersetzt die bisherigen Rahmenlehrpläne für die Grundschule, die Sekundarstufe I und den "Förderschwerpunkt Lernen". Wie es in einer Pressemitteilung der beiden Schulverwaltungen heißt, bietet der Plan die Grundlage für eine bessere individuelle Förderung aller Lernenden und unterstützt Lehrkräfte dabei, die Übergänge zwischen den einzelnen Schulstufen besser zu gestalten.

Die Inhalte der gegenwärtig geltenden Rahmenlehrpläne wurden für den neuen Plan verschlankt und inhaltlich aktualisiert, Fachbezeichnungen wurden teilweise angeglichen oder verändert – beispielsweise heißen die früheren Unterrichtsfächer "Darstellendes Spiel" und "Darstellen und Gestalten" künftig einheitlich "Theater". 

Oderbrücke in Frankfurt (Oder) (Quelle: rbb/ Haase-Wendt)

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