Fotocollage eines Porträts von Georg Elser und eine Besuchergruppe in der Gedenkstätte KZ Sachsenhausen (Quelle: dpa; Collage: rbb)

Hitler-Attentäter vier Jahre im KZ Sachsenhausen inhaftiert - Gedenkstätte Sachsenhausen ehrt Georg Elser

Er wollte Adolf Hitler töten und so schon 1939 ein Ende des Krieges herbeiführen. Doch Hitler verließ eine Propagandaveranstaltung, bevor der Sprengsatz detonierte. Für den Anschlag wurde Georg Elser wenige Tage vor Kriegsende hingerichtet. Nun ehrt die KZ-Gedenkstätte Sachsenhausen den Widerstandskämpfer mit einem Denkmal.  

In der KZ-Gedenkstätte Sachsenhausen erinnert ein Denkmal an den Widerstandskämpfer Johann Georg Elser (1903-1945). Der Gedenkstein wurde am Samstag enthüllt - 75 Jahre nach Elsers gescheitertem Attentat auf Adolf Hitler, wie die Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten in Oranienburg mitteilte. Darauf seien eine Tafel mit einem Porträt Elsers sowie ein Widmungstext angebracht.

Georg Elser war von 1941 bis 1945 als "Sonderhäftling des Führers" im Zellenbau des Konzentrationslagers Sachsenhausen inhaftiert. Der Gedenkstein stammt den Angaben zufolge aus einem Steinbruch bei Königsbronn in Baden-Württemberg, wo Elser den Sprengstoff für das Attentat besorgte.

Elser wenige Tage vor Kriegsende hingerichtet

Der in Königsbronn aufgewachsene Elser gehörte in den 20er Jahren dem Roten Frontkämpferbund der KPD an. Am 8. November 1939 versuchte der gelernte Schreiner, Hitler bei einer Ansprache im Münchner Bürgerbräukeller mit einer selbst gebauten Zeitzünder-Bombe zu töten. Damit wollte Elser ein Ende des Krieges herbeiführen. Hitler verließ allerdings den Saal, bevor der Sprengsatz detonierte. Acht Menschen kamen bei dem Anschlag ums Leben, 63 Personen wurden verletzt.

Elser wurde noch in der gleichen Nacht verhaftet und nach umfangreichen Verhören und Folterungen durch die Gestapo Anfang 1941 im KZ Sachsenhausen inhaftiert. Dort sollte er bleiben, bis die Nationalsozialisten ihn in einem Schauprozess als Handlanger einer Verschwörung des britischen Geheimdienstes verurteilen wollten. Anfang 1945 wurde er in das KZ Dachau verlegt und dort auf persönlichen Befehl Hitlers am 9. April 1945 ermordet.