Demonstranten und Polizisten auf der Wiese vor dem Bundeskanzleramt in Berlin am 21.06.2015 (Quelle: imago/Future Image)
Video: Abendschau | 21.06.2015 | Agnes Taegener

Bilanz der umstrittenen Demo - 91 Festnahmen beim "Marsch der Entschlossenen"

Mehrere Tausend Demonstranten sind am Sonntag in einem "Marsch der Entschlossenen" zum Berliner Reichstag gezogen. Bei der umstrittenen Aktion warfen sie den Zaun um die gesperrte Grünfläche um und legten auf der Wiese symbolische Gräber an. 91 Demonstranten wurden vorläufig festgenommen; es entstand ein Sachschaden von 10.000 Euro.

Die Flüchtlings-Demonstration des "Zentrum für Politische Schönheit" am Sonntag verlief offenbar weniger friedlich als gedacht. Wie die Berliner Polizei am Montag mitteilte, wurden nach dem offiziellen Ende der Demonstration 12 Polizeibeamte verletzt. Zudem nahm die Polizei 91 Demonstranten vorübergehend fest, gegen die nun wegen Landfriedensbruchs und Sachbeschädigung ermittelt werde.

5.000 Demonstranten hatten an der Demo teilgenommen und vor dem Reichstagsgebäude trotz Verbots durch die Polizei mehrere symbolische Gräber für ertrunkene Flüchtlinge angelegt. Laut Angaben der Polizei rissen Demonstranten zuvor einen Zaun um, der die Grünfläche absperrte. "Zeitweise befanden sich 4.000 Menschen auf der gesperrten Grünanlage", bilanziert die Polizei. Ein Großteil der Demonstranten folgte anschließend der Aufforderung der Ordnungshüter und verließ die Wiese wieder. Doch rund 50 Personen weigerten sich so hartnäckig, dass die Polizisten sie vom Gelände zerren mussten.

10.000 Euro Schaden auf Rasenfläche

Das hat Spuren auf dem Grün hinterlassen: So muss die gesamte Rasenfläche nach Angaben des Bezirksamts Mitte wiederhergestellt werden. Die Kosten belaufen sich nach ersten Berechnungen auf rund 10.000 Euro, die für die erneute Rasenansaat und die weitere Pflege durch die beauftragte Pflegefirma sowie die Verlängerung der Absperrung und Reparatur der Zäune aufgewendet werden müssen, wie der Bezirk am Montag weiter mitteilte. Der Platz war erst vor kurzem für 45.000 Euro hergerichtet worden.

Keine Särge, keine Bagger

Ursprünglich sollte der Protestzug vor dem Kanzleramt enden. Die Berliner Polizei veränderte dann jedoch am Samstag die Umzugsroute. Am Sonntag wichen die Demonstranten allerdings von dieser neu vorgeschriebenen Strecke ab und zogen vor das Reichstagsgebäude.

Die Berliner Polizei hatte die Demonstration zuvor genehmigt, dem "Zentrum für politische Schönheit" jedoch Auflagen erteilt, die die Aktivisten auf ihrer Facebook-Seite veröffentlichten. Darin heißt es, das Mitführen von Leichen werde untersagt. Särge oder "sargähnliche Behältnisse" müssten vorher überprüft werden. "Wie es verboten sein soll, vor dem Kanzleramt einen Sarg mitzuführen, bleibt uns schleierhaft", schrieb die Künstlergruppe.

Zudem wurde dem Schreiben nach das Mitführen eines Baggers beim "Marsch der Entschlossenen" untersagt. Die Berliner Polizei äußerte sich zu den Auflagen nicht und verwies auf den Veranstalter der Demonstration.

In der vergangenen Woche hatte das Künstler-Kollektiv bereits Bestattungen in Berlin zelebriert, bei denen offenbar ertrunkene syrische Flüchtlinge beerdigt wurden, die zuvor unter anderem aus Sizilien überführt worden waren. Die Veranstaltungen sorgten für große Aufmerksamkeit.

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Oderbrücke in Frankfurt (Oder) (Quelle: rbb/ Haase-Wendt)

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