Microsoft Windows XP - Screenshot während des Herunterfahrens (Bild: imago)

Erneutes Sicherheitsleck - Hunderte Berliner Verwaltungsrechner unzureichend geschützt

Die Berliner Verwaltung betreibt über 300 Server mit einem veralteten Betriebssystem. Den Support von Windows 2003 hat Microsoft mittlerweile eingestellt. Somit könnten Hacker auf sensible Daten zugreifen. Der Senat habe die Ämter frühzeitig auf das Problem hingewiesen, heißt es aus der Innenverwaltung. Doch zum Nachbessern zwingen kann er sie nicht.  

Wieder klafft in der Berliner Verwaltung eine Sicherheitslücke. 320 Server laufen derzeit noch mit dem veralteten "Windows Server 2003". Obwohl Microsoft den Support für das Betriebssystem am 14. Juli eingestellt hat. Die alte Software droht zum Einfallstor für Hacker zu werden.

Selbst der Senat schließt nach rbb-Informationen nicht aus, dass Kriminelle über Internetanwendungen auf Daten in den Senatsverwaltungen und Bezirksämtern zugreifen könnten.  

IT in Berlin nicht gut aufgestellt

Die Senatsinnenverwaltung, die für die IT-Politik in Berlin zuständig ist, habe frühzeitig auf das Problem hingeweisen, sagte Innenstaatssekretär Andreas Statzkowski (CDU) in der rbb-Abendschau. "Es ist dann in der Verantwortung der einzelnen Dienststellen, dann auch rechtzeitig dafür Sorge zu tragen und die Systeme zu erneuern."

Statzkowski räumte aber auch ein, dass die IT in Berlin nicht optimal aufgestellt ist. Insgesamt hat das Land 77 verschiedene IT-Dienststellen. Durch "diese Vielzahl von dezentralen Verantwortlichkeiten", gebe es gerade in Fragen der technischen Sicherheit und in Fragen eines technischen Standards noch Probleme.

Verwaltungen sollen Sicherheitsrisiko selbst einschätzen

Um weitgehende Sicherheit gewährleisten zu können, wird vom IT-Dienstleistungszentrum Berlin (ITDZ Berlin) den Behörden der Abschluss eines erweiterten Supportvertrages mit Microsoft angeboten. Dadurch könnten pro Jahr Kosten in Höhe von rund 1.000.000 Euro entstehen. Diese sollen von den den Supportvertrag nutzenden Verwaltungen getragen werden.

Die Verwaltungen können jedoch zum Abschluss eines erweiterten Supportvertrags nicht gezwungen werden. Die Annahme des Supports ist auf freiwilliger Basis - die betroffenen Behörden sollen das Sicherheitsrisiko selber einschätzen.

Oderbrücke in Frankfurt (Oder) (Quelle: rbb/ Haase-Wendt)

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