Die Bildkombo zeigt den Turm der Versöhnungskirche, die direkt hinter der Mauer in Ostberlin lag und am 28.01.1985 gesprengt wird und die Kapelle der Versöhnung, die nun den Platz der damaligen Versöhnungskirche einnimmt. Quelle: dpa/ Roland Holschneider/Lukas Schulze
Video: Abendschau | 13.08.2015 | Martin Krebbers

Erinnerung an den Mauerbau vor 54 Jahren - "Unsere Stadt war geprägt von der Teilung wie keine andere"

Vor 54 Jahren begann der Bau der Berliner Mauer. Am Donnerstag wurde daran mit offiziellen Feierlichkeiten erinnert. Landesbischof Dröge mahnte jedoch im Vorfeld, nicht nur das offizielle Gedenken sei wichtig, sondern auch die Weitergabe der Erinnerungen an die Härten und Entbehrungen.

Es war zunächst nur ein offizieller Termin: In Berlin und Brandenburg ist am Donnerstag der Opfer des Mauerbaus vor 54 Jahren gedacht worden. An einer zentralen Gedenkveranstaltung in der Kapelle der Versöhnung an der Bernauer Straße in Berlin nahmen neben Bundespolitikern auch der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) teil. An der Glienicker Brücke zwischen Berlin und Potsdam hat es am Abend zudem eine Lichterkette gegeben. Am 13. August 1961 war auf Weisung der SED-Führung mit dem Bau der Mauer begonnen worden, die die Stadt über 28 Jahre teilte.

Doch eben nicht nur dieses offizielle Gedenken sei wichtig, sondern auch die Weitergabe der Erinnerung an die ganz persönlichen Härten und Entbehrungen der Teilung, erklärte der evangelische Bischof von Berlin, Markus Dröge, vor den Feierlichkeiten. Die Biografien der an der Mauer erschossenen Republikflüchtlinge zeigten, was Demokratie und Freiheit für die Deutschen bedeuteten, betonte er gegenüber der Zeitung B.Z.

Müller: Erfahrungen an die Jüngeren weitergeben

Das Gedenken an die Maueropfer schärfe das Gewissen und halte "im Gedächtnis, was gewesen ist", sagte Dröge.  In der Kapelle der Versöhnung, die inmitten des Mauerstreifens in der Bernauer Straße steht, werde täglich der Maueropfer gedacht, erklärte der Bischof. Dröge forderte dabei vor allem die Berliner zum Besuch der Mauergedenkstätte auf.

Auch Berlins Regierender Bürgermeister Müller appellierte, die Erfahrungen auch der jüngeren Generation zu vermitteln. "Unsere Stadt war geprägt von Teilung und Mauer wie keine andere", betonte Müller. Diese Erfahrung müsse auch an die weitergegeben werden, "die diese bitteren und schmerzhaften Erfahrungen nicht mehr selber machen mussten".

Graf: Möglicherweise zu wenig Mahnmale erhalten

Der Vorsitzende der CDU-Fraktion Berlin, Florian Graf, mahnte, nicht nur an die Opfer von Mauerbau und Schießbefehl, sondern auch von Zwangsadoption und Zuchthaus zu erinnern. "Sie sind uns eine Mahnung, die wir auch den nachfolgenden Generationen immer wieder weiter vermitteln müssen. Daher war es aus heutiger Sicht im Freudentaumel des Mauerfalls und der Einheit vielleicht zu vorschnell, die Mauer und die Wachtürme und damit reale Mahnmale aus dem Stadtbild zu verdammen und den Todesstreifen nur an wenigen Stellen für die Nachwelt als Mahnung zu erhalten."

Ausstellungseröffnung in Marienborn

In der Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn wurde am Donnerstagabend auch eine Ausstellung zur Mauer eröffnet. Das über Jahrzehnte erweiterte und ausgebaute 155 Kilometer lange Bollwerk zerschnitt Berlin mehr als 28 Jahre. Die Teilung endete erst mit dem Fall der Mauer am 9. November 1989.

Nach mehreren wissenschaftlichen Recherchen starben an der Berliner Mauer mindestens 138 Menschen durch das DDR-Grenzregime. Die Zahl der Opfer an der einstigen, knapp 1.400 Kilometer langen innerdeutschen Grenze wird derzeit noch erforscht.

Potsdamer gedenken Mauerbau

Auch in Brandenburgs Landeshauptstadt Potsdam wurde am Donnerstag dem Mauerbau gedacht. Rund 100 Menschen besichtigten beim 7. Mauerverlauf frühere Wohnungen der Staatssicherheit und das Untersuchungsgefängnis in der Lindenstraße.

"Wir haben auf diesem kleinen Stück durch Potsdam viel Neues und Beeindruckendes zu den jeweiligen Orten erfahren, aber auch das ein oder andere wieder schmerzlich ins Gedächtnis gerufen bekommen. Dies sind Orte mit Geschichte. Auf diesem Spaziergang wurde die gewaltsame Trennung des Landes noch einmal deutlich", sagte Bürgermeister Burkhard Exner nach dem 1,7 Kilometer langen Rundgang.

Bilder aus 28 Jahren Berliner Mauer

Bilder aus 28 Jahren Berliner Mauer

Oderbrücke in Frankfurt (Oder) (Quelle: rbb/ Haase-Wendt)

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