Teilnehmer der Gegendemonstration in Cottbus (Quelle: rbb/Sebastian Schiller)
Video: Brandenburg aktuell | 04.11.2015 | Anne Holzschuh

AfD-Demo gegen Asylpolitik ohne rechtsextreme Symbole - Cottbus setzt Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit

550 Menschen sind zur Anti-Asylpolitik-Demo der AfD nach Cottbus gekommen. Es gab nur wenige Fahnen und Transparente, rechtsextreme Symbole waren nicht zu erkennen. Rund 350 Menschen formten eine Gegendemonstration. Sie stellten ein Herz aus Kerzen auf und musizierten zusammen mit ausländischen Studenten. Von Anja Kabisch

Recht unspektakulär verlief am Mittwoch die AfD-Demonstration in Cottbus. Schon nach rund 40 Minuten war alles vorbei. Unter einem Großaufgebot von Polizei betrat Alexander Gauland die Bühne und forderte unter anderem "Wir schaffen das. Wir schaffen die Regierung Merkel ab."

Der AfD-Landeschef bekommt mal mehr mal weniger Applaus, unterbrochen von eher verhaltenen Sprechchören "Wir sind das Volk", auch "Lügenpresse" wurde skandiert. Einige wenige Transparente waren zu sehen, noch weniger Fahnen. Rechtsextreme Symbole waren nicht zu erkennen.

Demonstranten stehen auf einer Kundgebung der AfD unter dem Motto «Asylchaos stoppen» auf dem Altmarkt in Cottbus. (Quelle: dpa)
Die AfD-Demo verlief recht unspektakulär

"Herz statt Hetze"

Bei der Gegenveranstaltung von "Cottbus nazifrei" und dem "Cottbuser Aufbruch" versammelten sich rund 350 Menschen. Sie zeigten unter dem Motto "Herz statt Hetze" ihre Idee von einem toleranten Cottbus. Den Cottbuser Altmarkt schmückte dabei ein Herz aus Teelichtern. Cottbuser muszierten außerdem mit ausländischen Studenten.

Der Präsident der Brandenburgisch Technischen Universität Cottbus- Senftenberg (BTU), Jörg Steinbach, machte klar, es sei überfällig gewesen, dass sich die Cottbuser eindeutig gegen Fremdenfeindlichkeit positionieren.

Beitrag von Anja Kabisch

Oderbrücke in Frankfurt (Oder) (Quelle: rbb/ Haase-Wendt)

Studio Frankfurt

Vom Landkreis Oder-Spree bis zur Uckermark: Das rbb-Regionalstudio Frankfurt (Oder) mit Nachrichten, Reportagen und Hintergründen aus der Region.  

Mehr zum Thema

Die brandenburgische Jugendministerin Martina Münch (SPD) (Quelle: dpa)

Nach Übergriffen auf Asylbewerber in Cottbus - "Die Cottbuser müssen Gesicht zeigen"

Dass unter Flüchtlingen in Cottbus ein Klima der Angst herrscht, beschäme sie zutiefst, sagt die frühere brandenburgische Bildungsministerin Martina Münch. Bisher habe man die rechte Szene im Griff gehabt. Für eine neue "brodelnde Mischung" aus Rechtsextremen und unbescholtenen Bürgern gebe es aber Gründe - an denen müsse nun zügig gearbeitet werden, so die SPD-Politikerin im Interview.