Hubertus Rybak, Sprecher des Brandenburger Landesverbandes der Alternative für Deutschland (AfD), aufgenommen am 09.02.2014 in Diedersdorf (Brandenburg) auf dem außerordentliche Parteitag der Brandenburger AfD. (Quelle: dpa)

rbb exklusiv | Gauland-Stellvertreter Hubertus Rybak zurückgetreten - Nummer zwei in Brandenburgs AfD nimmt den Hut

Es knirscht in der Alternative für Deutschland - nicht nur auf Bundesebene. Brandenburgs AfD hat jetzt ein führendes Mitglied verloren: Landesvize Hubertus Rybak. Der ist nicht damit einverstanden, wie sich seine Partei in der Öffentlichkeit präsentiert - und zog die Konsequenzen.

Der Anti-Flüchtlings-Kurs der Brandenburger Alternative für Deutschland (AfD) sorgt für Verwerfungen an der Parteispitze. Nach rbb-Informationen hat der bisherige Vize-Landeschef der Partei, Hubertus Rybak, sein Amt niedergelegt und die Partei verlassen. Der 56-jährige Referatsleiter im Bundesinnenministerium war seit der Gründung der Brandenburger AfD vor zweieinhalb Jahren Stellvertreter von Landesparteichef Alexander Gauland. Gauland hat den Rücktritt Rybaks, der bereits vor einigen Wochen erfolgte, inzwischen bestätigt.

Rybak begründete seinen Schritt mit dem aktuellen Rechtskurs seiner Partei sowie dem Auftreten von Thüringens AfD-Chef Björn Höcke, unter anderem in der ARD-Sendung "Günter Jauch" vor drei Wochen. [Link zur Sendung] Höcke hatte bei seinem Auftritt zahlreiche deutsch-nationale Thesen von sich gegeben. Rybak sprach nun gegenüber dem rbb von einem "falschen Erscheinungsbild".

Königer und Kalbitz mögliche Nachfolger

Rybaks Nachfolger soll beim nächsten AfD-Landesparteitag am 21. November bestimmt werden. Dort wollen sich die beiden Landtagsabgeordneten Steffen Königer und Andreas Kalbitz um den Posten bewerben. Beide waren beim Parteitag im April nicht in den Vorstand gewählt worden. Damals hatte es eine heftige Debatte darüber gegeben, ob Landtagsmitglieder gleichzeitig auch Parteiämter innehaben sollten.

Hauptberuflich leitet Hubertus Rybak im Bundesinnenministerium das Referat "Kirche und Religionsgemeinschaften". Mit Blick darauf hatten Bundespolitiker von SPD und Grünen sein Engagement für die AfD mehrfach kritisiert. Vor seinem Wechsel in die AfD war Rybak 30 Jahre lang Mitglied der CDU.

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