Eine Hand hält ein symbolisches WLAN-Handy vor das Brandenburger Tor. (Quelle: imago/Jochen Tack)

rbb-exklusiv - Senat unterschreibt Verträge mit WLAN-Anbieter

Eigentlich sollte der Vertrag schon im August unterschrieben sein und die ersten Hotspots im September stehen. Doch erst jetzt am Mittwoch haben die Fürther Firma abl Social Federation und der Chef der Senatskanzlei, Björn Böhning, offiziell ihre Kooperation für ein öffentliches WLAN in Berlin besiegelt. Von Tina Friedrich

Nach vielen Wochen der Verzögerung ist es nun amtlich: Berlin bekommt in den kommenden Wochen öffentliches WLAN. Am Mittwochabend haben die Fürther Firma abl Social Federation und der Chef der Senatskanzlei, Björn Böhning (SPD), im Roten Rathaus die Verträge unterschrieben.

Immer wieder hieß es, dass letzte Details im Vertrag noch nicht abgestimmt seien. Zuletzt ging es noch um Haftungsfragen. "Mit der aktuellen Version des Vertrags können aber beide Seiten gut leben", sagte Böhning rbb online am Mittwoch.

Denkmalschutz muss WLAN-Boxen zustimmen

Die ersten Hotspots sollen an fünf neuralgischen Punkten der Stadt angebracht werden: Am Roten Rathaus, am Brandenburger Tor, auf dem Gedarmenmarkt, an der Philharmonie und am Theater des Westens. Doch gerade an den prestigeträchtigen Orten Rotes Rathaus und Brandenburger Tor könnte es schwierig werden.

Denn die Denkmalschutzbehörde muss allem zustimmen, was von außen an den historischen Gebäuden angebracht wird. Access Points könnten aber beispielsweise an der Regenrinne befestigt werden, sagt Jahn. "Damit berühren sie das Gebäude nicht, und die Box kann zusätzlich in der Farbe der Regenrinne gestrichen werden." Es ist einer von vielen möglichen Kompromissen, um die es in den kommenden Wochen gehen wird.

Erst im Sommer 2016 alle Hotspots fertig

Der Vertragsabschluss hat sich auch deshalb verzögert, weil viele unterschiedliche Partner einbezogen werden mussten. Neben dem Vertrag mit dem Senat muss auch einer mit der Berliner Immobilienmanagement GmbH (BIM) geschlossen werden, denn ein Teil der Access Points soll an deren Gebäuden angebracht werden. Viele Standorte befinden sich zudem an Bezirksimmobilien. Auch hier zogen sich die Gespräche mit den Verantwortlichen über Monate. Jeder Bezirk hat Standorte vorschlagen, einige wurden in Listen geschrieben. Wer darüber hinaus zusätzliche WLAN-Access Points will, muss diese selbst bezahlen, sagt Böhning.

Er ist froh, dass es nun losgeht. "Je schneller desto besser", so Böhning. Der Senat hatte sich gewünscht, bereits mehr als 100 Access Points vor Weihnachten in Betrieb nehmen zu können. Daraus wird nun nichts. In den kommenden zwei Wochen wird Nils Jahn eine Liste von 100 ersten Standorten und 100 bis 200 Ersatzstandorten zusammenstellen.

Kooperation mit Amazon-Tochter Audible

Der Senat fördert das Projekt mit 170.000 Euro Anschubfinanzierung für zwei Jahre. Das deckt etwa ein Drittel der laufenden Kosten des Unternehmens, ohne Anschaffung der Router. Deshalb wird das WLAN mit kurzen Werbeclips finanziert. Mit der Amazon-Tochter Audible sei man sich bereits einig, sagt Jahn. Die Unterzeichnung des Deals stehe kurz bevor. Auch mit einer weiteren Firma laufen derzeit Gespräche, darüber möchte Jahn aber noch nichts verraten.

Beitrag von Tina Friedrich

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