Vororte von Berlin mit Berlin (Quelle: imago/Hubert Jelinek)

30.000 wanderten 2014 aus - Berliner zieht's nach Brandenburg

"Brandenburg gehen die Einwohner aus", heißt es immer wieder. Doch stimmt das überhaupt? In den vergangenen Jahren hat das Land wieder Einwohner gewonnen - ganz besonders aus Berlin. 30.000 Menschen zogen 2014 aus der Hauptstadt in die Mark. Doch der Chef-Statistiker sagt, dass die Einwohnerzahl bis 2030 dennoch sinkt.

Brandenburg hat 2014 erneut Einwohner aus Berlin hinzugewonnen: Mehr als 30.000 Berliner zogen ins Umland. Im Gegenzug verlegten rund 20.500 Brandenburger ihren Wohnort in die Hauptstadt, wie aus Zahlen des Amtes für Statistik deutlich wird.

Den Trend, dass mehr Berliner nach Brandenburg ziehen als umgekehrt, gibt es seit einigen Jahren. Brandenburg war das einzige Bundesland, das sich über eine solche positive Entwicklung freuen konnte. Aus allen anderen Ländern zogen mehr Menschen in die Hauptstadt als umgekehrt.

Brandenburg gewinnt Einwohner dazu - Berlin sowieso

Insgesamt zogen 2014 75.806 Menschen nach Brandenburg - 54.000 aus anderen Bundesländern: die meisten aus Berlin (30.100), fast 4.000 Menschen kamen aus Sachsen, nur 105 aus dem Saarland. 21.000 zogen aus dem Ausland in die Mark.

Im Gegenzug verließen exakt 57.792 Menschen Brandenburg. Die meisten zogen nach Berlin (20.500), 4.000 nach Sachsen, 110 ins Saarland (Jahrbuch Brandenburg als pdf).

Vom Zug profitierten einige Landkreise ganz besonders: Die meisten Neuankömmlinge gab es in Oder-Spree (15.168) - allerdings auch die meisten Fortzüge (13.384). Die wenigsten Neubewohner in den Landkreisen gab es in Elbe-Elster (3.828; Fortzüge: 4.215). Hatte Brandenburg 1955 2.720.000 Einwohner, waren es 2014 nur noch 2.458.000. Aber: Im Vergleich zu 2013 (2.449.200) gibt es wieder mehr Menschen in der Mark.

Berlin lockte im Jahr 2014 insgesamt 174.572 Menschen in die Stadt, davon 81.500 aus anderen Bundesländern, 93.100 aus dem Ausland. Die meisten Neu-Berliner kamen aus Brandenburg (20.500), gefolgt von Nordrhein-Westfalen (11.400) und Bayern (8.500). 506 verließen das Saarland für die Hauptstadt.

137.500 Berliner kehrten der Stadt den Rücken - 78.800 suchten eine neue Heimat in anderen Bundesländern (Brandenburg: 30.100; NRW: 8.100; Bayern: 6.800). 58.600 Menschen zogen direkt ins Ausland (Jahrbuch Berlin als pdf). Berlin zählte 2014 insgesamt 3.469.800 Einwohner, 2013 waren es 3.421.800.

Ab 2018 geht's bergab

Prognosen zufolge verliert Brandenburg bis zum Jahr 2040 deutlich an Einwohnern - aber nicht ganz so schnell wie bislang erwartet. Bis zum Jahr 2018 werde die Zahl sogar noch leicht auf 2,5 Millionen steigen, hatte Jürgen Paffhausen, Referatsleiter beim Landesamt für Statistik Berlin-Brandenburg, Ende November gesagt. Diesen Zuwachs verdanke das Land in erster Linie dem Zuzug junger Familien aus Berlin und Zuwanderern aus den osteuropäischen EU-Staaten.

Nach der jüngsten Bevölkerungsprognose soll die Zahl der Brandenburger dann aber auf 2,3 Millionen im Jahr 2030 und knapp 2,2 Millionen im Jahr 2040 sinken.

(Quelle: Amt für Statistik Berlin-Brandenburg)
Woher kommen die Neu-Brandenburger? Und in welche Bundesländer wird abgewandert?
(Quelle: Amt für Statistik Berlin-Brandenburg)
Welche Landkreise profitieren vom Zuzug?
(Quelle: Amt für Statistik Berlin-Brandenburg)
Woher kommen die Neu-Berliner? Und in welche Bundesländer wird abgewandert?
Oderbrücke in Frankfurt (Oder) (Quelle: rbb/ Haase-Wendt)

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