Spielhallen-Verbot für Spielsüchtige - Senat denkt über Sperrlisten für Dauer-Zocker nach

Das Land Hessen hat im Kampf gegen die Spielsucht gute Erfolge mit einem landesweiten Sperrsystem gemacht. Der Berliner Senat will womöglich ein ähnliches System installieren. Bestimmte Spieler dürfen dann landesweit in keine Spielhalle mehr.

Der Berliner Senat prüft, ob notorische Spieler in Berlin besser vor der Suchtgefahr geschützt werden können. Die Einführung eines landesweiten Sperrsystems für Spielhallen sei eine Möglichkeit, erklärte eine Sprecherin des Wirtschaftssenats. "Der Senat wird die in Hessen gemachten Erfahrungen auswerten", sagte sie weiter. Dort gibt es seit Mai 2014 für Spieler die Möglichkeit einer landesweiten Sperre.

Fachverband Glücksspielsucht fordert bundesweites Sperrsystem

Seitdem wurden bereits mehr als 10.000 Menschen auf eine solche Sperrliste gesetzt mit dem Ergebnis, dass allerdings auch der Umsatz der Spielhallen eingebrochen ist. Berlin sehe beim Thema aber noch "erheblichen" Klärungsbedarf, etwa in Hinblick auf den Schutz dieser sensiblen Daten, so die Sprecherin.

Der Fachverband Glücksspielsucht forderte kürzlich ein bundesweites Sperrsystem. In Berlin wird die Zahl der Spieler auf 37.000 geschätzt. Um einer Zunahme vorzubeugen, müsse in Schule und Ausbildung vermehrt auf die Risiken eingegangen werden, betonte Kerstin Jüngling von der Fachstelle für Suchtprävention.

Das könnte Sie auch interessieren

Zwei Männer stehen in einer Imbissbude mit Spielautomat (Quelle: ago/Ralph Lueger)

Was bringt das Berliner Spielhallengesetz? - Das Unglück beginnt meist in der Imbissbude

Es braucht nicht viel zum Glücklichsein, manchem genügt schon ein Automat in einer Kneipe. Doch dieses Glück ist bekanntlich ein trügerisches. Deshalb hat Berlin bereits vor vier Jahren als erstes Bundesland ein Spielhallengesetz beschlossen: mittelfristig weniger Spielhallen, weniger Automaten, weniger Spielsüchtige, so der Plan. Aber bewirkt das Gesetz schon, was es soll? Die Berliner Grünen sagen: Da geht noch was. Von Thorsten Gabriel