Entwurf der Groth Gruppe zum Bauvorhaben Lichterfelde Süd (Quelle: © Groth Gruppe)

50.000 Wohnungen geplant - Wo die neuen Großsiedlungen in Berlin entstehen

Mehr Zuzügler, mehr Flüchtlinge - Berlin wird in den nächsten Jahren kräftig wachsen. Bausenator Andreas Geisel will deshalb den Wohnungsbau ankurbeln und Planungsverfahren beschleunigen. In Lichterfelde-Süd und an neun weiteren Standorten sollen Großsiedlungen mit rund 50.000 Wohnungen entstehen. Eine Übersicht. Von Robin Avram

Berlin wächst rasant – das galt schon vor Beginn der Flüchtlingskrise. Damit die Wohnungsknappheit und die Mietpreise nicht noch weiter zunehmen, will Bausenator Andreas Geisel (SPD) beim Wohnungsneubau in diesem Jahr noch stärker aufs Tempo drücken.

Genehmigungsverfahren soll weiter beschleunigt werden

"Wir müssen schneller werden. Vor allem Planungs- und Genehmigungsverfahren müssen beschleunigt werden", sagt der Senator. Dabei denkt Geisel in großen Kategorien. Zehn neue große Siedlungen sollen perspektisch in Berlin gebaut werden, mit bis zu 50.000 Wohnungen.

Alleine auf dem Gelände des Flughafens Tegel, dem sogenannten Kurt-Schuhmacher-Quartier, sollen 5.000 Wohnungen samt Gewerbe, Kitas, Schulen und Grünflächen entstehen. Das geht allerdings erst, wenn der BER eröffnet worden und Tegel geschlossen worden ist - also frühestens 2018. Für das umstrittene Siedlungsprojekt Lichterfelde-Süd, für das der Senat bereits grünes Licht gegeben hat, soll das Abgeordnetenhaus nach dem Willen von Geisel bis Ende des Jahres den Weg frei machen. Die weiteren Neubauprojekte, für die bis Ende des Jahres alle Genehmigungen erteilt werden sollen, zeigt unsere Übersicht.

Geisels Großprojekte

Auch in Pankow sollen 5.000 Wohnungen entstehen

Weitere Großsiedlungen sollen in Pankow und Neukölln entstehen, erläutert Geisels Sprecher Martin Pallgen auf Nachfrage. So sollen auf der Elisabeth-Aue, einem Ackerland in Pankow, 5.000 Wohnungen gebaut werden. Weil sich in Pankow Bürgerinitiativen und die Bezirkspolitiker mehrheitlich gegen das Projekt aussprachen, zog Geisel die Planungen im September 2014 an sich  - zum Ärger der Betroffenen. Zuvor hatte Geisel schon bei dem Siedlungsprojekt auf den Buckower Feldern in Neukölln dem Bezirk das Baurecht entzogen.  Damit verhinderte Geisel einen Bürgerentscheid, dessen Initiatoren das Projekt verhindern wollten.

Bausenator hat sich neuen Kniff überlegt

"Die Partikularinteressen auf Nachbarschaftsebene müssen abgeglichen werden mit den Realitäten und Notwendigkeiten des Jahres 2016", begründet Geisels Sprecher Martin Pallgen auf Anfrage von rbb online diese Schritte. Und nun hat sich Geisel noch einen weiteren Kniff ausgedacht, um schneller Fakten schaffen zu können.

Um Siedlungsprojekte schneller zu realisieren, will er die baurechtlichen Erleichtungeren nutzen, die das Baugesetzbuch für Flüchtlingsbauten vorsieht. So sollen nach Geisels Willen auf der Elisabeth-Aue bereits Flüchtlingsunterkünfte stehen, während die Bebauungspläne noch erstellt werden und die soziale Infrastruktur erst geschaffen wird. Auch damit macht sich Geisel nicht nur Freunde.

Auf der anderen Seite hat Geisel weitere Pläne angekündigt, die derzeit aber noch reichlich unkonkret bleiben.

Sechs von zehn Siedlungen stehen noch nicht fest

So steht bislang noch gar nicht fest, wo die sechs weiteren Siedlungsprojekte, die der Senator angekündigt hat, realisiert werden sollen. "Unsere Wohnungsbauleitstelle recherchiert gegenwärtig diese Standorte und wird noch bis Ende des Jahres Ergebnisse liefern", verspricht Geisel-Sprecher Pallgen.

Und auch Teile des 9-Punkte-Planes, den Geisel sich für dieses Jahr vorgenommen hat (Link als PDF), sind noch nicht mit konkreten Zahlen hinterlegt. "Mehr Neubau braucht schnelleres Baurecht - Personalknappheit ist ein zentraler Engpass für Baurecht. Deshalb Planungs-Task Force mit "B-Plan-Fabrik" beim Senat", heißt es darin etwa. Doch auf die Frage, wieviel neues Personal bis wann eingestellt werden soll, bleibt Pallgen im Ungefähren. Nur soviel sagt er: "Bis April soll der Personalaufwuchs beschlossen werden. Und er wird erheblich sein."

Beitrag von Robin Avram

Oderbrücke in Frankfurt (Oder) (Quelle: rbb/ Haase-Wendt)

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