Der Bundesbeauftragte der Stasi-Unterlagenbehörde Roland Jahn. (Quelle: imago | VIADATA)

Archiv der DDR-Opposition bedroht - Jahn fordert dauerhaften Geldfluss für DDR-Archiv

Häppchenweise wird das Archiv der DDR-Opposition im Moment gefördert. Jahr für Jahr muss die Berliner Robert-Havemann-Stiftung dafür Fördermittel beantragen. Der Bundesbeauftragte der Stasi-Unterlagenbehörde, Roland Jahn, will das ändern. Denn das Archiv ist massiv bedroht.

Der Bundesbeauftragte der Stasi-Unterlagenbehörde, Roland Jahn, fordert eine dauerhafte Finanzierung des Archivs der DDR-Opposition, das derzeit von der Berliner Robert-Havemann-Gesellschaft betreut wird. Die Berliner Morgenpost hatte bereits am Sonntag berichtet, dass die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur der Robert-Havemann-Gesellschaft 2016 nur 100.000 Euro Fördermittel zur Verfügung stellen wird statt der beantragten 150.000 Euro.

Fast 30 Jahre keine dauerhafte Förderung

Seit 25 Jahren bekommt das Archiv keine dauerhafte Förderung, sondern muss jährlich Projektmittel beantragen. "Eine sinnvolle Dauerfinanzierung heißt, die Robert-Havemann-Gesellschaft muss als Institution gefördert werden", sagte Jahn am Dienstag im Kulturradio des RBB. Es gehe darum, dass nicht immer Projektanträge zu einzelnen Archiv-Erschließungen gestellt werden müssten. "Ein Archiv ist eine dauerhafte Einrichtung, kein Projekt", so Jahn, der selbst Beiratsmitglied der Robert-Havemann-Gesellschaft ist.

Gleichzeitig machte sich der Bundesbeauftragte der Stasi-Unterlagenbehörde dafür stark, dass das Archiv wie geplant auf  das Gelände der ehemaligen Stasi-Zentrale in Berlin-Lichtenberg umziehen kann. Jahn forderte, dass sich Bund und Länder über die dafür notwendigen Sanierungskosten einigen müssten. Der Umzug auf das Gelände der ehemaligen Stasi-Zentrale in Berlin-Lichtenberg war aus Kostengründen geplatzt.

Archiv für Widerstand und Opposition in der DDR

Im Archiv der Robert-Havemann-Gesellschaft wird die Arbeit von Widerstand und Opposition in der DDR dokumentiert. Die Sammlung verfügt über zahlreiche Medien wie Schriftgut, Plakate, Transparente sowie Audio- und Videokassetten. Benannt wurde es nach dem 1982 verstorbenen Regimekritiker Robert Havemann. Gegenwärtig wird die Robert-Havemann-Gesellschaft durch Projektmittel verschiedener Stiftungen und Einrichtungen finanziert. Sie betreibt Bildungsarbeit und organisierte u.a. die große Open Air-Ausstellung über die friedliche Revolution in der DDR, die anlässlich des 20. Jahrestags des Mauerfalls auf dem Berliner Alexanderplatz zu sehen war.

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Oderbrücke in Frankfurt (Oder) (Quelle: rbb/ Haase-Wendt)

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