Der Innensenator Frank Henkel (CDU) spricht während der Vorstellung der Kurfassung des PMK und des PKS am 23.02.2015 in Berlin, Deutschland. (Quelle: imago/Markus Heine)

Nach Übergriffen auf Frauen an Silvester in Köln - Henkel entsetzt über "völlig enthemmte Treibjagd"

"Unerträglich und zutiefst verstörend" findet Berlins Innensenator Frank Henkel (CDU) die Übergriffe in der Silvesternacht in Köln. Zahlreiche Frauen sollen dort bedrängt und sexuell belästigt worden sein. Vergleichbare Fälle sind in Berlin bislang nicht bekannt. Die Berliner CDU fordert die Abschiebung der Täter.

Berlins Innensenator Frank Henkel hat die Übergriffe auf Frauen in der Silvesternacht in Köln als "unerträglich" bezeichnet. Es sei "zutiefst verstörend, wie kriminelle Sexbanden hier mitten in unserem Land Jagd auf Frauen" machen konnten. "Rechtsfreie Räume oder No-Go-Areas für Frauen darf es in deutschen Städten nicht geben. Da muss der Rechtsstaat mit aller Härte durchgreifen und die Betroffenen schützen", erklärte der CDU-Politiker am Dienstag in Berlin.

Ähnlich massive Übergriffe auf Frauen in Berlin nicht bekannt

In der Silvesternacht hatten sich der Polizei zufolge in Köln bis zu 1.000 Männer, die "dem Aussehen nach aus dem arabischen oder nordafrikanischen Raum" stammen sollen, rund um den Hauptbahnhof versammelt. Aus dieser Menschenmenge heraus sollen sich Gruppen von mehreren Männern gebildet haben, die gezielt Frauen umzingelt, bedrängt und ausgeraubt haben. Kölns Polizeipräsident Wolfgang Albers hatte am Montag von Sexualdelikten in sehr massiver Form und einer Vergewaltigung gesprochen.

Ähnliche Vorfälle gab es auch in Hamburg und Stuttgart, allerdings nicht so massiv wie in Köln. Der Berliner Polizei sind keine ähnlich massiven Übergriffe auf Frauen bekannt. Das teilten die Landespolizei und die Bundespolizei am Dienstag auf Anfrage mit.

Auch Henkel sagte, dass in Berlin bislang keine vergleichbaren Fälle bekannt seien, man würde sie auch nicht dulden. Sollte es jedoch irgendwo zu ähnlichen Übergriffen gekommen sein, bitte er die Betroffenen dringend darum, dies zur Anzeige zu bringen, so Henkel weiter.

"Völlig enthemmte Treibjagd"

Henkel betonte, dass es auch in anderen Kontexten sexuelle Gewalt gegen Frauen gebe, dass aber das massive Vorgehen eine neue extreme Dimension sei. Er nannte die Übergriffe in der Silvesternacht eine "völlig enthemmte Treibjagd".

Wenn solchen Exzessen nicht Einhalt geboten werde, dann spiele das Rechtsextremisten in die Hände, sagte Henkel: "Wer Frauen derart erniedrigt oder als Beute betrachtet, der kann kein Teil unserer Gesellschaft sein. Diese Täter gehören hart bestraft und dort, wo es geht, auch abgeschoben."

Pop: Gewalt gegen Frauen mit größter Dringlichkeit verfolgen

Ebenso äußerte sich Berlins CDU-Generalsekretär Kai Wegner: Wer Frauen als Freiwild betrachte, habe in Deutschland "nichts zu suchen". Zwar dürften jetzt nicht alle Asylbewerber unter Generalverdacht gestellt werden. "Zu einer ehrlichen Analyse gehört aber, die kulturelle Prägung der Täter klar zu benennen", betonte Wegner in einer Mitteilung.

Die Berliner Grünen-Fraktionsvorsitzende Ramona Pop erklärte in einer Mitteilung, dass Polizei und Justiz Angriffe gegen Frauen generell mit größter Dringlichkeit verfolgen müssten - ganz gleich, von wem diese Gewalt verübt wurde. "Frauen und Männer müssen sich jederzeit sicher und frei im öffentlichen Raum bewegen können", so die Politikerin.

Das könnte Sie auch interessieren