Anke Martiny war für Transparency International Deutschland als Korruptionsexpertin tätig (Quelle: dpa)

Mitglied von Mompers "Frauensenat" - Ehemalige Kultursenatorin Anke Martiny ist tot

Die frühere Kultursenatorin Anke Martiny ist tot. Sie starb vor zwei Tagen nach schwerer Krankheit im Alter von 76 Jahren. Sie war im so genannten "Frauensenat" unter Walter Momper zwei Jahre für die Kultur zuständig. Später arbeitete sie für die Friedrich-Ebert-Stiftung und Transparency International. 

Die ehemalige Berliner Kultursenatorin und langjährige SPD-Bundestagsabgeordnete Anke Martiny ist tot. Sie starb am Montag nach schwerer Krankheit im Alter von 75 Jahren, teilte die Berliner SPD am Mittwoch mit. "Über 50 Jahre machte sie aktiv Politik für die SPD", erklärte der Berliner SPD-Chef Jan Stöß. Martinys Tod mache ihn "betroffen und traurig".

Walter Momper 1989 mit seinen SPD-Senatorinnen im "Frauensenat" (Quelle: dpa)
Erstmals saßen in einer deutschen Landesregierung mehr Frauen als Männer

Von 1989 bis 1991 habe sie als Senatorin für kulturelle Angelegenheiten "in einer für Berlin schwierigen wie zugleich spannenden Umbruchphase wichtige und richtige Impulse in der Berliner Kulturszene gesetzt", so Stöß. Die gebürtige Dortmunderin gehörte in der Zeit dem ersten rot-grünen Senat unter dem Regierenden Bürgermeister Walter Momper (SPD) an. Diesen nannte die Presse gern "Frauensenat", weil es erstmals eine Landesregierung gab, der mehr Frauen als Männer angehörten. Von 1972 bis 1989 saß Anke Martiny im Bundestag.

Danach leitete sie in Tel Aviv das Büro der Friedrich-Ebert-Stiftung. Auch für Transparency International war sie tätig, unter anderem als Geschäftsführerin in München.

Stöß erinnerte daran, dass er im Frühjahr 2014 noch mit ihr und anderen Mitgliedern des "Frauensenats" das 25-jährige Jubiläum gefeiert hatte. Zu diesem Anlass habe sie klug, feinfühlig und humorvoll diese Zeit für die Berliner Genossen wieder aufleben lassen.

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