Eine Beamtin sitzt telefonierend hinter zahlreichen Akten und Stempeln an ihrem Arbeitsplatz. (Quelle: dpa)

Angestellte und Beamte - Berlin hat 11.000 Stellen zu besetzen

Lehrer, Polizisten, Erzieher - und neue Mitarbeiter für das chronisch überlastete Lageso: Berlin braucht mehr Personal. 4.100 "Neue" sollen es bis Ende 2017 werden, mindestens noch einmal so viele Neubesetzungen werden benötigt. Für die Bewerber will Finanzsenator Matthias Kollatz-Ahnen einen zusätzlichen Anreiz schaffen.

Das Land Berlin muss in den kommenden zwei Jahren 11.000 neue Angestellte und Beamte finden. In der Hauptverwaltung werden in diesem Zeitraum 4.100 Stellen neu geschaffen, dazu kommen rund 440 Stellen in den Bezirken. Zudem müssten aus Altersgründen ausscheidende Mitarbeiter ersetzt werden, sagte Berlins Finanzsenator Matthias Kollatz-Ahnen (SPD) am Dienstag. "Selbst laut konservativer Bevölkerungsprognose entwickelt sich Berlin innerhalb der kommenden zehn bis 15 Jahre zur Vier-Millionen-Metropole", so der Finanzsenator. Das Wachstum sei Ausdruck der Attraktivität Berlins – mache aber zugleich eine leistungsfähige und flexible Verwaltung erforderlich.

Im Haushaltsentwurf von Mitte letzten Jahres waren noch 3.400 Stellen vorgesehen – der Doppelhaushalt 2016/17 enthält 4.100 neue Stellen, davon 3.115 für dieses Jahr und 974 für das kommende. Sprecherin Eva Henkel betonte, in den Haushaltsberatungen sei deutlich geworden, welche Bedeutung etwa das Thema Flüchtlinge im letzten halben Jahr gewonnen habe – hier fehlten Stellen, sagte sie rbb online.

Dementsprechend sind etwa für das chronisch überlastete Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso) zwischen 2015 und Ende 2017 366 neue Stellen vorgesehen.

Matthias Kollatz-Ahnen (Bild: dpa)
Sieht hohen Bedarf an Personal - und kann es bezahlen: FInanzsenator Kollatz-Ahnen

Kollatz-Ahnen: "Öffentlicher Dienst wieder Nachfrager am Arbeitsmarkt"

Die neuen Stellen verteilen sich auf verschiedene Bereiche, Schwerpunkte sind neben Asyl- und Ausländerangelegenheiten vor allem die Bereiche Bildung, Erziehung und Sicherheit. So sind unter anderem 1.170 neue Lehrer- und 300 Erzieherstellen vorgesehen. Die Polizei wird laut Finanzsenator Kollatz-Ahnen um 491 Stellen aufgestockt. "Der öffentliche Dienst mit all seinen Facetten wird wieder ein Nachfrager auf dem Arbeitsmarkt", sagte Kollatz-Ahnen.

Hinzu kommen Stellen in den Bezirksverwaltungen, hier sollen für die Jahre 2016 und 2017 437 Neubesetzungen finanziert werden – vor allem in wachsenden Bezirken wie Pankow, Friedrichshain-Kreuzberg und Neukölln.

Um Jobs im öffentlichen Dienst attraktiver zu machen, soll die Bezahlung nach und nach an den Bundesdurchschnitt angepasst werden, kündigte der Senator an. Das habe allein im vergangenen Jahr rund 100 Millionen Euro gekostet.

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