Am Eingang eines Bürgeramts in Berlin steht der Hinweis "Bürgeramt geschlossen" (Quelle: imago/Lars Reimann)
Video: Abendschau | 21.01.2016 | Christina Heicappell

Berliner Behörde stellt IT um - Bürgerämter machen für vier Tage dicht

Die rund 50 Bürgerämter in Berlin haben am Donnerstag früher geschlossen. Grund ist die Umstellung auf eine neue Software. Damit alles reibungslos über die Bühne läuft und die Bürger ab Dienstag wieder Schlange stehen können, nehmen sich die Experten vier Tage Zeit.

Die Berliner Bürgerämter bekommen eine neue Software. Wegen der Umstellung sind sie seit Donnerstagmittag geschlossen und öffnen erst wieder am Dienstag. Auch bereits beantragte Dokumente wie Personalausweise oder Reisepässe können an diesen Tagen nicht abgeholt werden.

Vier Tage Zeit nehmen sich die Experten vom Melderegister, um die Daten aller Berliner Bürger ins neue System zu übertragen. Der wichtigste Schritt soll am Freitag geschehen, nach dem Umkopieren ist das Wochenende für Fehlerbeseitigung reserviert.

Am Montag wird sich zeigen, ob der Zugriff auf die neuen Server von jedem der 600 Arbeitsplätze in den knapp 50 Bürgerämtern klappt. Die Mitarbeiter haben dann noch die letzte Chance zum Eingewöhnen, bevor am Dienstag die Bürger wieder Schlange stehen.

Kritik von den Grünen

Der innenpolitische Sprecher der Grünen, Benedikt Lux, kritisierte die lange Schließzeit. Demnach wäre die Installation des neuen Programms auch am Wochenende oder außerhalb der Dienstzeiten möglich gewesen.

Ein Sprecher der Innenverwaltung widersprach dem. Es handele sich um die Umstellung des größten zusammenhängenden Melderegisters Deutschlands. Dabei würden sämtliche Meldedaten nicht nur kopiert, sondern technisch sicher übertragen. Aufgrund der Sensibilität der Daten seien dabei entsprechende Qualitätssicherungen sicherzustellen. Diese Übertragung erfordere vier Tage, hieß es. Um die Beeinträchtigungen in den Bürgerämtern möglichst gering zu halten, sei bewusst ein Wochenende einbezogen worden.

Wenig Personal, E-Akte im Verzug

Die mehrtägige Schließung der Bürgerämter ist für viele Berliner besonders ärgerlich, weil Termine in den Behörden ohnehin schwer zu bekommen sind. Die Bürgerämter sind überlastet, was auch mit dem starken Zuzug zusammenhängt. Derzeit muss man oft wochenlang auf Termine warten. Freie Zeiten wurden zeitweise im Internet gegen Geld gehandelt. Inzwischen hat der Senat den Handel geblockt - Termine zu bekommen ist aber weiter schwer.

Die Ämter sollen aber künftig mehr Personal bekommen. Auch die Einführung der e-Akte soll die Arbeit in den Behörden erleichtern - die Einführung lässt aber auf sich warten.

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