Tausende Hühner in einem Stall eines Geflügelmastbetriebes (Quelle: dpa)
Audio: Inforadio | 06.01.2016 | Dominik Lenz

Initiative gegen Massentierhaltung - Volksbegehren braucht noch über 10.000 Stimmen

Die Brandenburger Initiative "Stoppt Massentierhaltung" geht in den Endspurt. Noch gut eine Woche kann für das Volksbegehren unterschrieben werden, das eine artgerechtere Tierhaltung durchsetzen will. Auf den letzten Metern machen die Aktivisten noch einmal mächtig Werbung. Ob es am Ende reicht, ist aber offen. Von Dominik Lenz

Es könnte knapp werden, das ist Axel Kruschat klar und trotzdem verbreitet der Landesgeschäftsführer des BUND Brandenburg auf den letzten Metern viel Optimismus: "Der Briefkasten ist jeden Tag voll." Dennoch seien weitere Aktionen geplant, um die Brandenburger zu einer Unterschrift zu bewegen. "Wir machen jetzt noch einmal einen richtigen Endspurt."

Auch auf Bürgerämtern kann unterschrieben werden

In seinem Büro im Herzen von Potsdam werden noch einmal Wurfsendungen vorbereitet und Zeitungsanzeigen geschaltet. Außerdem werben die Aktivisten auf der Straße noch einmal für ihr Anliegen, zum Beispiel auf der Brandenburger Straße in Potsdam. "Da kann man dann noch einmal die Briefwahl-Unterlagen beantragen", sagt Kruschat. Da die Zeit für eine Teilnahme per Briefwahl langsam knapp werde, würden die Bürgerinnen und Bürger auch darauf hingewiesen, dass man seine Unterschrift auch direkt auf den Bürgerämtern leisten kann.

"Die Leute wollen kein Qualfleisch mehr"

Eigentlich sollten diese Aktionen bereits vor Weihnachten beendet sein, doch es steht Spitz auf Knopf. Mitte Dezember hatten offiziell 55.000 Bürger das Volksbegehren unterschrieben. 15.000 zusätzliche Unterlagen waren zwar angefordert, aber noch nicht zurück geschickt worden. Auf diese hoffen die Macher der Initiative nun. Doch selbst dann würden immer noch 10.000 Stimmen fehlen, denn 80.000 müssen es sein, um den Landtag zu zwingen, sich mit den Anliegen der Initiative zu beschäftigen.

Dazu gehört zum Beispiel, dass nur noch artgerechte Tierhaltung finanziell unterstützt werden soll. Dazu noch einmal Axel Kruschat: "Wir wollen diese Klientelpolitik damit durchbrechen, indem wir sagen: 'Das ist aber nicht mehr die Mehrheit. Das wollen die Leute nicht mehr haben.' Die Leute wollen kein 'Qualfleisch', die Leute wollen kein überzüchtetes, mit Antibiotika gemästetes Hühnerfleisch zum Beispiel, sondern sie wollen Nahrungsmittel, die in Ordnung sind und bei denen man es mit seinem Gewissen vereinbaren kann, dass man sie konsumiert."

Frist für Volksbegehren endet am 14. Januar

Die Frist für die Eintragung endet am Donnerstag kommender Woche. Sollte die notwendige Zahl an Unterstützern nicht erreicht werden, sehen Brandenburgs Umweltschützer dennoch einen Erfolg in der Kampagne, da breitflächig auf Missstände aufmerksam gemacht wurde. Das meint auch die Landesgeschäftsführerin des Naturschutzbundes Brandenburg, Christiane Schröder. "Artgemäß ist eben nicht, wenn die Boxen winzig klein sind und die Tiere verstümmelt werden müssen, damit sie sich nicht gegenseitig anknabbern." Deshalb sei die Initiative gegen diese Art der Massentierhaltung, "wo es einfach nur um industrielle Fleisch- oder Ei-Erzeugung geht".

Bis zum 14. Januar, genau um 16 Uhr, können sich Unterstützer noch direkt auf den Bürgerämtern in die Listen eintragen, hieß es aus dem Büro des Landeswahlleiters. Noch am Abend soll dann das vorläufige Ergebnis bekannt gegeben werden.

Beitrag von Dominik Lenz

Oderbrücke in Frankfurt (Oder) (Quelle: rbb/ Haase-Wendt)

Studio Frankfurt

Vom Landkreis Oder-Spree bis zur Uckermark: Das rbb-Regionalstudio Frankfurt (Oder) mit Nachrichten, Reportagen und Hintergründen aus der Region.  

Das könnte Sie auch interessieren