Passanten am 06.01.2016 in Köln vor dem Hauptbahnhof (Quelle: dpa)

Übergriffe auf Frauen - Buschkowsky sieht Fehler in der Integrationspolitik

Die sexuellen Übergriffe auf Frauen an Silvester sind für den früheren Neuköllner Bürgermeister Buschkowsky kein neues Phänomen. Unter Zuwanderen gebe es viele junge Männer, für die Frauen nur eine "dienende, gehorchende Rolle" hätten. Wichtig sei es, diesen Menschen andere Werte zu vermitteln.

Der frühere Bezirksbürgermeister von Berlin-Neukölln, Heinz Buschkowsky, sieht "Fehlentwicklungen in der Integrationspolitik" als eine der Ursachen für die Ereignisse in der
Silvesternacht in Köln und in anderen Städten.

Er könne nicht erkennen, dass es sich bei den begangenen Straftaten um eine völlig neue Form der Kriminalität handele, sagte der SPD-Politiker dem Deutschlandfunk (Donnerstag). Übergriffe in insgesamt acht deutschen Städten zeugten davon. Neu sei lediglich die Massivität.

Patriarchalische Kultur als Ursache

Buschkowsky zeigte sich überzeugt, dass verantwortlich für die Übergriffe der kulturelle Hintergrund sei. "Menschen, die aus einem gnadenlosen Patriarchat kommen, die empfinden überhaupt nichts dabei, Frauen zu missbrauchen, Frauen auch zu begrapschen." Diese Männer hätten ein völlig anderes Frauenbild. Bei Frauen, die nachts unterwegs seien, handele es sich in deren Augen "nur um Schlampen" - und damit seien sie Freiwild.

Religiöse Gründe für ein solches Verhalten sieht Buschkowsky hingegen nicht. Bei solchen Männern handele es sich kaum "um fleißige Moscheebesucher".

"Antworten, die wehtun"

Integration müsse Staatsaufgabe und verbindlich sein, betonte der Politiker. Nur so könne man Parallelgesellschaften beikommen. Gute Erfahrungen habe er in seiner Zeit als Bezirksbürgermeister mit Modellen gemacht, die direkt in den Familien ansetzten.

Wichtig sei außerdem, Kinder so früh wie möglich in die Vorschulerziehung zu geben, damit sie an ein anderes Wertemuster herangeführt würden. "Wenn sie zu Hause erleben, welchen Status die Schwester oder die Frauen haben, dann übernehmen sie das natürlich, und dann werden sie auch zu diesen patriarchisch geprägten Kämpfern, zu diesen Machos, die sagen, mir gehört die Welt."

Für die Täter aus der Silvesternacht forderte Buschkowsky zudem "Antworten, die wehtun". Wer eine Straftat begangen habe, müsse entsprechend bestraft werden. Auch eine stärkere Videoüberwachung und mehr Polizeipräsenz seien wichtig.

Frauen belästigt und bestohlen

In Köln hatten sich am Silvesterabend etwa 1.000 Männer auf dem Bahnhofsvorplatz versammelt. In der Menge sollen Frauen sexuell bedrängt und ausgeraubt worden sein. Mehr als 120 Strafanzeigen gingen bislang ein.

Die Täter sollen nach Augenzeugenberichten nordafrikanischer oder arabischer Herkunft gewesen sein. Bislang ist aber nicht klar, wer die Täter tatsächlich waren. Die Ermittler hätten bislang insgesamt 16 Verdächtige ausgemacht, die mit den Taten in Zusammenhang stehen könnten, sagte ein Polizeisprecher am Donnerstag. Details dazu sind nicht bekannt.

Oderbrücke in Frankfurt (Oder) (Quelle: rbb/ Haase-Wendt)

Studio Frankfurt

Vom Landkreis Oder-Spree bis zur Uckermark: Das rbb-Regionalstudio Frankfurt (Oder) mit Nachrichten, Reportagen und Hintergründen aus der Region.  

Das könnte Sie auch interessieren