Blick auf das Hotel Mercure am 10.05.2012 in Potsdam (Quelle: imago/Rech)

Zukunftspläne für den Lustgarten in Potsdam - Hotel Mercure soll "Wiese des Volkes" weichen

Der Lustgarten in Potsdams Innenstadt soll schöner und grüner werden. Da passt das Hotel Mercure, ein aus der DDR-Zeit stammendes Hochhaus, gar nicht ins Bild. Abrisspläne gab es schon öfter - und die werden immer wahrscheinlicher. Denn die Pläne sehen vor, den grauen Betonklotz durch eine grüne Wiese zu ersetzen.

Der Lustgarten soll grüner werden, das Neptunbecken größer und der wesentliche Streitpunkt, das Mercure-Hotel, soll irgendwann ganz verschwinden. Am Donnerstag hat die Stadtverwaltung ihre Sanierungsziele vorgestellt, die genau das bestätigen.

Mithilfe eines in den Jahren 2014 bis 2015 initiierten Werkstattverfahrens will Potsdam seinen Lustgarten in die Zukunft führen. Alle sieben der am Verfahren beteiligten Planungsteams waren sich in ihren Entwürfen einig: das Hotelhochhaus soll in der Zukunft keine Rolle mehr spielen.

Potsdams Stadtplanungschef Andreas Götzmann gibt sich dennoch überrascht. Es habe einzelne Büros gegeben, die versucht hatten, das Hotel in den Stadtraum zu integrieren. Aber diese Entwürfe habe die Stadt nicht überzeugt, sagte Götzmann dem rbb. "Insofern ist es am Ende schon überraschend, dass alle sieben gesagt haben: Nein, langfristig sind wir der Meinung, da muss was anderes hin."

Bereits im Sommer 2015 empfahl ein von der Stadt eingesetztes Gutachter-Gremium den Abriss des Hauses. Immer wieder hatten sich jedoch in der Vergangenheit auch die Betreiber des Hotels, die Arcor-Gruppe, zu Wort gemeldet und um ein Ende der für sie geschäftsschädigenden Abriss-Diskussion gefordert.

Hotel Mercure soll nicht mehr sanieren dürfen

Statt des Mercure-Hotels soll künftig eine "Wiese des Volkes" die Fläche gegenüber dem Stadtschloss schmücken, erklärt Heinz Nagler, der das Verfahren als Architekt begleitet. "Der Begriff Wiese könnte einen dazu verleiten zu sagen: Da steht heute ein Haus und in Zukunft nur noch eine Wiese, aber das ist eben eine Wiese, die man in vielfältiger Weise gedanklich interpretieren kann", erklärte der Architekt weiter. Man könne hier demonstrieren oder seine Meinung vor dem Parlament kundgeben.  

Auf dieser Wiese sollen sich die Potsdamer und ihre Besucher aber auch entspannen können, Sport treiben, musizieren oder grillen, wie das Werkstattverfahren weiter vorsieht. Zudem wird so eine Sichtschneise vom Landtagsschloss bis hin zum Neptunbecken geöffnet.

Bis dahin müsste die Stadt möglicherweise das Mercure Hotel kaufen und abreißen. Den Potsdamern dürfte das nicht gefallen. Denn bei der Abstimmung über den Bürgerhaushalt landete die Forderung "Kein Geld für den Kauf und Abriss des Mercure Hotels" auf Platz 2. Am 27. Januar werden sich die Stadtverordneten mit dem Plan befassen.  

Mit Informationen von Stefanie Brockhausen

 

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