Gummistiefel stehen in einer Berliner Kita auf einer Fensterbank (Quelle: dpa)

Land braucht mehr Kita-Plätze - Spätere Einschulung kommt Berlin teuer zu stehen

Berliner Kinder werden künftig wieder mit sechs Jahren eingeschult - und bleiben somit ein Jahr länger in der Kita. Für das Land bedeutet das: Tausende neue Kita-Plätze müssen her. Das Land rechnet mit Kosten in Höhe von rund 60 Millionen Euro.

Weil Berliner Kinder künftig mit sechs statt bisher mit fünf Jahren eingeschult werden, kommen auf das Land Berlin neue Kosten zu. Im Raum steht die Summe von rund 61 Millionen Euro. Diese Zahl wird in dem Entwurf zur Änderung des Schulgesetzes genannt, den Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) Ende Dezember vorgelegt hat.

Die Koalitionsfraktionen von SPD und CDU wollen das Gesetz in den kommenden Wochen beschließen. Das Einschulungsalter wird damit zum Schuljahr 2017/18 um drei Monate angehoben. Schulpflichtig sind dann alle Kinder, die bis zum 30. September des Einschulungsjahres sechs werden.

Von den Mehrausgaben entfallen demnach 30,2 Millionen Euro pro Jahr auf laufende Kosten der Kitas sowie 30,8 Millionen Euro auf einmalige Investitionen.

Mindestens 4.000 zusätzliche Plätze

Demnach müssen mindestens 4.000 zusätzliche Kitaplätze geschaffen werden. Diese Zahl ergibt sich laut Gesetzentwurf aus der erwarteten Betreuungsquote für Kinder im Alter von 6 bis unter 7 Jahren von rund einem Viertel der Kinder.

Für das Kitajahr 2017/2018 bräuchte man insgesamt Plätze für rund 9.000 Kinder in der Altersgruppe, heißt es. Im letzten Kitajahr hätten bereits 5.000 Kinder, die zurückgestellt wurden und damit später in die Schule kamen, Betreuungsplätze belegt. Damit seien noch rund 4.000 zustätzliche Kitaplätze nötig.

Im Jahr 2015 wurden in Berlin etwas mehr als 30.00 Erstklässler eingeschult. 

Stichtag künftig 30. September

Bislang galt in Berlin als Stichtag für die Einschulung der 31. Dezember. Kinder, die bis dahin sechs wurden, mussten im Sommer des Jahres eingeschult werden - betroffen waren also auch viele Noch-Fünfjährige. Damit schulte Berlin seine Kinder so früh ein wie kein anderes Bundesland.

Viele Eltern kritisierten die Regelung. Die Rate der Kinder, die zurückgestellt wurden, stieg immer weiter an - und das trotz hoher bürokratischer Hürden. Im Jahr 2013 lag die Quote schließlich bei 13,2 Prozent. Ab dem Schuljahr 2017/18 soll nun der 30. September als Stichtag gelten.

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