Maja Smoltczyk soll neue Berliner Datenschutzbeauftragte werden (Quelle: dpa)

Wahl voraussichtlich noch im Januar - Maja Smoltczyk soll neue Datenschutzbeauftragte werden

Über ein halbes Jahr hat sich die Entscheidung hingezogen, doch nun hat Berlin aller Voraussicht nach sehr bald eine neue Datenschutzbeauftragte: die Juristin - und  passionierte Bildhauerin - Maja Smoltczyk. Sie soll Alexander Dix nachfolgen, der seit dem Sommer nur noch kommissarisch im Amt ist.

Maja Smoltczyk soll nach dem Willen der Vorstände von SPD und CDU im Berliner Abgeordnetenhaus neue Datenschutzbeauftragte des Landes werden. Das teilten beide Fraktionen am Dienstagnachmittag mit. Angestrebt werde eine fraktionsübergreifende Wahl Smoltczyks in der Sitzung des Abgeordnetenhauses am 28. Januar.

Die Juristin soll dann auf Alexander Dix folgen, der im Juni nach zehn Jahren regulär aus dem Amt als Datenschutzbeauftragter ausgeschieden war. Er hatte den Posten seither kommissarisch inne, weil sich SPD und CDU lange nicht auf die Nachfolge einigen konnten.

Walter Momper (SPD) und Maja Smoltczyk vro der Büste Mompers im Abgeordnetenhaus (Quelle: dpa)
Walter Momper (SPD) und die Maja Smoltczyk im Dezemer 2013 bei der Enthüllung der Momper-Büste

Hauptberuf: Juristin - Nebenberuf: Bildhauerin

Maria Smoltczyk arbeitet seit 1994 für das Abgeordnetenhaus und leitet derzeit die Abteilung Plenar- und Ausschussdienste. Sie betreut nicht nur seit vielen Jahren Ausschüsse im Abgeordnetenhaus - nebenher arbeitet sie auch als Bildhauerin. So hat sie die Büste des früheren Parlamentspräsidenten Walter Momper (SPD) gefertigt, die in der Galerie im Abgeordnetenhaus in der Niederkirchnerstraße ausgestellt ist.

Fünf bis sechs Mal habe Walter Momper ihr in ihrem Zehlendorfer Atelier Modell gestanden. Er sei selten länger als eine Stunde geblieben. Deshalb habe sie viele Fotos vom ihm gemacht und dann danach modelliert.

Smoltczyk sagte der "Berliner Zeitung" auf die Frage, wie wie hoch der Anteil der Juristin und der der Künstlerin in ihr sei: "Ich verdiene mein Geld als Juristin – und bin nebenberuflich Bildhauerin". Den Nebenberuf habe sie allerdings sehr genau erlernt und jahrelang Privatunterricht genossen, schon in der Kindheit. Die gebürtige Berlinerin habe nach ihrem Abitur auch damit geliebäugelt, Kunst zu studieren. "Doch ich wollte nicht davon leben müssen", wird sie zitiert. Lieber habe sie sich für den Brotberuf entschieden.

Alexander Dix hat seinen Job noch etwas länger machen müssen

Alexander Dix hatte sich nach seinem regulären Ausscheiden aus dem Amt gewünscht, dass die Berliner weiter wachsam bleiben. "Man muss sich nichts gefallen lassen – weder von einer Berliner Behörde, die sich nicht ans Gesetz hält, noch einem deutschen oder ausländischen Unternehmen, das den einzelnen Nutzer ausfragen will." Da die Koalition zunächst keinen Nachfolger für ihn fand, musste er den Job ein halbes Jahr länger übernehmen.  

Mit Informationen von Florian Eckardt