Vermummte Polizisten tragen nach der Durchsuchung eines Objektes Gegenstände in einen Transporter (Quelle: dpa)
Video: Brandenburg aktuell | 12.01.2016 | Bettina Malter

Elf Wohnungen durchsucht - Razzia nach Brandanschlag in Neuhardenberg

Die Polizei hat am Dienstag mit einem Großaufgebot Wohnungen im Osten Brandenburgs durchsucht. Dabei wurde unter anderem rechtsextremes Propagandamaterial sichergestellt. Die Razzia steht im Zusammenhang mit dem Brandanschlag auf Fahrzeuge einer Flüchtlingsinitiative. Dabei waren im September zwei Autos in Flammen aufgegangen.

120 Beamte der Polizei haben am Dienstagmorgen elf Wohnungen und Häuser im Osten Brandenburgs durchsucht - unter anderem in Strausberg, Neuhardenberg, Fürstenwalde und Gusow.  

Dabei beschlagnahmten sie rechtsextremes Propagandamaterial wie Aufkleber mit fremdenfeindlichem Inhalt, Computerfestplatten und einige Schlagwaffen. Außerdem wurden im Zusammenhang mit den Durchsuchungen elf Personen zwischen 19 und 33 Jahren vernommen: Neun Männer und zwei Frauen. Einige der Befragten seien fest in der rechten Szene verankert, sagte Polizeisprecher Stefan Möhwald dem rbb , andere seien gerade dazugekommen.   

Ermittlungen nach Brandanschlag

Die Razzia wurde vom Amtsgericht Frankfurt (Oder) angeordnet und steht im Zusammenhang mit dem Brandanschlag auf Fahrzeuge einer Flüchtlingsinitiative in Neuhardenberg, wie die Polizei dem rbb sagte.  

Dabei hatten die Täter im vergangenen September in Neuhardenberg zwei Autos angezündet, die den Mitgliedern der örtlichen Willkommensinitiative gehörten. Beide Fahrzeuge brannten aus, ein danebenstehender Multivan wurde beschädigt. Verletzt wurde niemand.

In der Umgebung wurden Aufkleber und Wurfzettel mit der Aufschrift "Flüchtlinge nicht willkommen" entdeckt. Eine Sonderkommission nahm die Ermittlungen auf.

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