Vorsortierte Papierschnipsel aus Dokumenten der DDR-Staatssicherheit, die per Computertechnik zusammengesetzt werden sollen (Quelle: dpa)

Kritik an hohen Kosten bei der Unterlagenbehörde - Rechnungsprüfer wollen Ergebnisse bei Stasi-Akten sehen

Seit mehr als 20 Jahren versuchen Mitarbeiter der Stasi-Unterlagenbehörde zerrissene Akten wieder zusammenzusetzen. Eine mühsame Sache. Inzwischen werden die Schnipsel gescannt und per Software aneinendergefügt. Doch auch das dauert - und kostet. Jetzt hat sich der Bundesrechnungshof eingeschaltet.

Der Bundesrechnungshof warnt laut einem Vorabbericht des Magazins "Der Spiegel" (Samstag) vor zu hohen Kosten bei der Stasi-Unterlagenbehörde. Demnach mahnen die Prüfer, der finanzielle Aufwand für die Rekonstruktion zerrissener Stasi-Akten sei "unkalkulierbar".

Die zerissenen Dokumente lagern in über 15.000 Säcken; sie sollen eingesannt und mit einer speziellen Software automatisch rekonstruiert werden.

Laut "Spiegel" monieren die Rechnungsprüfer aber nun, dass in den letzten acht Jahren lediglich Schnipsel aus 23 Säcken digitalisiert und der Inhalt von elf Säcken rekonstruiert worden seien. Die Kosten dafür sollen sich auf etwa 14 Millionen Euro belaufen.

"Keine verlässliche Perspektive"

Laut Rechnungshof "besteht keine verlässliche Perspektive, mit der vorhandenen Technologie den Gesamtbestand der zerrissenen Unterlagen in absehbarer Zeit und zu überschaubaren Kosten wiederherzustellen".

Die Stasi-Unterlagenbehörde erklärt dem Magazin zufolge, man habe die Hinweise des Rechnungshofs aufgegriffen und ein Konzept zur möglichen Weiterführung des Projekts entwickelt.

Ende vergangenen Jahres hatte die Behörde selbst Verzögerungen eingeräumt, vor allem durch personelle Engpässe. Damals hieß es auch, die Abteilung für die manuelle Rekonstruktion der Dokumente solle geschlossen werden. Man arbeite an einer Verbesserung der Technik. Insgesamt wurden 1,5 Millionen Blätter seit 1995 wieder hergestellt, das entspricht etwa 500 Säcken.

 

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