Polizisten verfolgen am 31.12.2015 das Feuerwerk bei der Silvesterparty am Brandenburger Tor in Berlin. Bei dem Open-Air-Spektakel entlang der Straße des 17. Juni feierten Menschen aus aller Welt den Jahreswechsel. (Quelle: dpa)

Polizei bestätigt - Vereinzelte sexuelle Übergriffe auch in Berlin

Auch auf der Berliner Festmeile sind in der Silvesternacht Frauen sexuell belästigt worden. Dort wurden drei Fälle angezeigt, zwei Männer wurden festgenommen. Ein Anstieg ist das nicht - auch im Vorjahr hatte es drei Fälle gegeben. "Eine Verbindung mit massenhaften Sexualdelikten wie in Köln oder Hamburg haben wir nicht feststellen können", so die Polizei.

Auch auf der Berliner Festmeile am Brandenburger Tor hat es in der Silvesternacht Einzelfälle von sexueller Belästigung gegeben. In zwei Fällen konnte die Polizei Tatverdächtige festnehmen, wie Stefan Redlich, Sprecher der Berliner Polizei, rbb online am Mittwoch bestätigte. Bei den Männern handele es sich um einen 17-jährigen Syrer und um einen 20-jährigen Iraker. Beide seien in Flüchtlingsunterkünften wohnhaft.

Drei Fälle - wie im Vorjahr

Zudem habe es eine nachträgliche Anzeige einer Frau gegeben, die im Bühnenbereich belästigt wurde. In diesem Fall liefen die Ermittlungen. Ein vierter Fall - eine Frau wurde in einer Grünanlage Opfer einer sexuellen Belästigung - spielte sich außerhalb der Festmeile ab.

Einen signifikanten Anstieg von Fällen sexueller Belästigung sieht die Berliner Polizei nicht: Auch im vergangenen Jahr seien auf der Festmeile drei Fälle registriert worden. Redlich: "Eine Verbindung mit massiven Sexualdelikten wie in Köln oder Hamburg haben wir nicht feststellen können."  

"Antanzen" mit Belästigung bislang kein Thema

Auch das so genannte Antanzen ist in Berlin im Zusammenhang mit sexuellen Übergriffen bisher nicht bekannt. In Köln waren zahlreiche Frauen von einer Gruppe von Männern umringt worden, im Nahbereich fanden dann sexuelle Übergriffe und auch Diebstähle statt. Mit dem Antanzen haben in Berlin vor allem Nachtschwärmer rund um das RAW-Gelände in Friedrichshain böse Erfahrungen gemacht. Diese Fälle enden meist mit Diebstahl oder Raub, sagt Redlich.

Im Jahr 2014 gab es den Angaben zufolge 650 Fälle von sexueller Nötigung und Vergewaltigung in Berlin. Für das abgelaufene Jahr gibt es noch keine Zahlen. Zu diesen Fällen zählt ausdrücklich nicht das Begrapschen, das vom Gesetzgeber als Beleidigung (auf sexueller Grundlage) geführt wird. Für diesen Tatbestand liegen bislang keine Zahlen vor.

Oderbrücke in Frankfurt (Oder) (Quelle: rbb/ Haase-Wendt)

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