Archivfoto: Mitglieder von Gewerkschaft GEW demonstrieren am 11.03.2015 auf dem Alexanderplatz in Berlin mit einem Schild mit der Aufschrift "Demo". (Quelle: dpa)

GEW kündigt Warnstreik an ausgewählten Berliner Schulen an - Angestellte Lehrer streiken am 26. Januar

Dass früher oder später wieder gestreikt werden würde, zeichnete sich bereits ab - offen war nur der Termin. Jetzt hat die GEW die angestellten Lehrer für den 26. Januar zu einem Warnstreik aufgerufen - an insgesamt zwölf Berliner Schulen.

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat für den 26. Januar zu einem Warnstreik an ausgewählten Berliner Schulen aufgerufen. Das gab sie am Freitag bekannt. "Dies ist nötig, da der Berliner Finanzsenator Verhandlungen über einen Tarifvertrag zur Eingruppierung der angestellten Lehrkräfte abgelehnt hat", heißt es in einer Mitteilung der GEW. "Wir rufen unsere Kolleginnen und Kollegen zum Warnstreik auf, um unseren Forderungen Nachdruck zu verleihen. Inzwischen sind mehr als die Hälfte der Berliner Lehrkräfte angestellt – und sie werden dennoch wie Lehrkräfte zweiter Klasse behandelt“, sagte Doreen Siebernik, Vorsitzende der GEW Berlin der Mitteilung zufolge.

Zwölf Schulen betroffen

Zum Streik aufgerufen sind demzufolge die Lehrerinnen und Lehrer an den zentral verwalteten und berufsbildenden Schulen sowie die angestellten Lehrkräfte. Insgesamtn soll an zwölf Schulen die Arbeit niedergelegt werden: am Gymnasium Tiergarten, der Gemeinschaftsschule Wilhelm von Humboldt, der Helene-Haeusler-Schule, der Joan-Mirò-Schule, der Paula-Fürst-Schule, dem Hans-Carossa-Gymnasium, dem Willi-Graf-Gymnasium, der Lindenhof-Schule, der Kiepert-Schule, der Fritz-Karsen-Schule, der Hans-Fallada-Schule und der Walter-Gropius-Schule. Für 9 Uhr ist am Streiktag eine Kundgebung vor der Finanzverwaltung in der Klosterstraße geplant.

Florian Graf, Fraktionsvorsitzender der CDU im Abgeordnetenhaus, kritisierte die angekündigten Arbeitsniederlegungen. Für den Streikaufruf habe er "kein Verständnis", sagte er.  Die Forderungen der GEW seien nicht einlösbar. "Berlin ist 2013 richtigerweise wieder Mitglied der Tarifgemeinschaft der Länder geworden. Die Verbeamtung der Lehrerinnen und Lehrer bleibt die bessere Antwort hinsichtlich der Konkurrenzfähigkeit. Leider hat der Koalitionsvertrag diese für die aktuelle Legislaturperiode ausgeschlossen."

Die GEW fordert für angestellte Lehrkräfte eine tarifliche Eingruppierungsregelung und die Angleichung an die Bezahlung von Beamten. Beides gebe es trotz vielfältiger Bemühungen bisher nicht, sagte GEW-Vorstandsmitglied Udo Mertens Anfang Januar dem rbb. Schon zu dem Zeitpunkt standen die Zeichen auf Streik, unklar war nur, wann genau die Arbeitsniederlegungen beginnen.

Kollatz-Ahnen verweist auf Tarifgemeinschaft der Länder

Finanzsenator Kollatz-Ahnen (SPD) hatte bekräftigt, dass Berlin für die Forderungen der GEW nach einer besseren Bezahlung angestellter Lehrer nicht der richtige Ansprechpartner sei. Auch er verwies auf die Tarifgemeinschaft der Länder. Nur dort könnten die Verhandlungen geführt werden, sagte der SPD-Politiker am Mittwochabend dem rbb. Wenn Berlin versuche, Verbesserungen allein durchzusetzen, dann werde das Land aus der Tarifgemeinschaft ausgeschlossen.

Zum Warnstreik aufgerufene Schulen

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