Zahlreiche Fahrräder stehen am Washingtonplatz vor dem Berliner Hauptbahnhof. (Quelle: imago stock&people)

Billig, stabil und sicher sollen sie sein - Senat plant mehr Fahrradstellplätze in Berlin

Der Frühling naht und mit den steigenden Temperaturen steigt auch die Zahl der Radfahrer auf Berlins Straßen. Doch am Ziel angekommen, stellt sich oft die Frage: Wo das teure Bike anschließen? Die regulären Abstellmöglichkeiten sind gerade an Bahnhöfen oft schon belegt. Der Senat ist sich des Problems bewusst und will Abhilfe schaffen.

Der Fahrradverkehr in Berlin hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen – und damit ist auch der Bedarf an Abstellplätzen für die Fahrräder gestiegen. Das aber stellt gerade in der Innenstadt und an Bahnhöfen ein Problem dar. Etwa 30.000 Stellplätze an S- und U-Bahnhöfen gibt es nach Berechnung des Innovationszentrums für Mobilität und gesellschaftlichen Wandel (InnoZ) derzeit in der Hauptstadt. Doch selbst im Winter ist fast jeder zweite Stellplatz belegt, wie eine Studie des Zentrums [innoz.de] jüngst ergab. Und: In Berlin parke jeder dritte Radfahrer nicht an den dafür vorgesehen Stellplätzen.

Der Berliner Senat will im Rahmen der Förderung des Radverkehrs in der Stadt auch mehr Fahrradstellplätze schaffen. Wie die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt jetzt in einer Antwort auf die parlamentarische Anfrage der Linken-Abgeordneten Jutta Matuschek erklärte, werde derzeit eine "Strategie Fahrradparken" erarbeitet. Erste Ergebnisse sollen im April vorliegen.

Bezahlen für sichere Abstellplätze

Bereits jetzt ist klar, dass besonders an Umsteigebahnhöfen sowie in dicht bebauten Gebieten mit gemischter Wohn- und Einzelhandelsnutzung der Bedarf an Abstellplätzen besonders hoch ist. Da die Flächen hier begrenzt sind, sucht die Senatsverwaltung nach neuen Lösungsansätzen. So wird etwa die Einrichtung von Fahrradparkhäusern oder flächensparenden Doppelstockanlagen geprüft.

Gesicherte Abstellanlagen böten sich besonders an Bahnhöfen mit auffällig vielen Fahrraddiebstählen wie zum Beispiel in Adlershof an, hieß es weiter. Bevor dort solche Anlagen entstehen, werden aber die Ergebnisse zweier entsprechender Pilotprojekte ausgewertet – ein Fahrradparkhaus am S-Bahnhof Zehlendorf und eine Abstellanlage am Bahnhof Gesundbrunnen. Dabei soll auch geklärt werden, inwieweit Fahrradfahrer bereit sind, für die sichere Abstellmöglichkeit zu bezahlen.

Autoparkplätze zu Fahrradstellplätzen?

Auf jeden Fall plant der Senat weitere Fahrradparkhäuser und –stationen. Sie stellten "wichtige Bausteine des Fahrradparkens in dichtbebauten Städten mit hoher Flächenknappheit wie Berlin dar", hieß es von der Stadtentwicklungsverwaltung. Ganz einfach ist die Aufgabenstellung jedoch nicht: Sicher sollen die Abstellmöglichkeiten sein, sowohl was Diebstähle als auch Vandalismus betrifft, dazu wartungsarm gut angebunden, leicht zu handhaben - und natürlich preiswert.

Das InnoZ fordert in seiner Studie eine Erhöhung des Etats für die Schaffung und den Ausbau von Stellplätzen. Die vorhandenen Plätze sollten verbessert werden, etwa durch eine Überdachung und bessere Beleuchtung. Auch eine Umwidmung von Pkw-Parkplätzen solle erwogen werden. "Hier ist auch politischer Wille gefragt", hieß es von den Experten.

Das könnte Sie auch interessieren

Landratsamt Bad Belzig (Quelle: imago/Steinach)

Am Sonntag ist Wahl - Wer wird Landrat in Potsdam-Mittelmark?

Nun also Potsdam-Mittelmark: In Brandenburgs bevölkerungsreichstem Landkreis wird am Sonntag erstmals der Landrat direkt gewählt. Vier Konkurrenten wollen Amtsinhaber Wolfgang Blasig das Amt streitig machen. Der heimliche Star im Hintergrund ist Kleinmachnow. Von John Hennig