Flüchtlinge gehen am 25.02.2016 in der Notunterkunft für Flüchtlinge am Tempelhofer Feld in Berlin zwischen den Stellwänden entlang (Quelle: dpa).
Video: Abendschau | 26.02.2016 | Dorit Knieling & Heike Bettermann

BerlinTREND Februar 2016 - Mehrheit der Berliner gegen Aufnahme weiterer Flüchtlinge

In Berlin sprechen sich immer mehr Menschen dagegen aus, neue Flüchtlinge aufzunehmen. Das ist ein Ergebnis des aktuellen BerlinTrends von infratest dimap, im Auftrag der rbb-Abendschau und der "Berliner Morgenpost". Dem Wandel in der Stadt stehen die Befragten grundsätzlich eher positiv gegenüber.

In Berlin nimmt die Skepsis bei der Aufnahme von Flüchtlingen zu. Das ist das Ergebnis des aktuellen BerlinTrends von infratest dimap, den die rbb-Abendschau und die "Berliner Morgenpost" in Auftrag gegeben haben. Danach sagen 56 Prozent der Befragten, dass Berlin aktuell nicht mehr in der Lage ist, weitere Flüchtlinge aufzunehmen. Das sind sechs Prozentpunkte mehr als als bei der letzten Umfrage im November.

Rund ein Drittel der Befragten, nämlich 35 Prozent, ist der Meinung, dass Berlin weitere Flüchtlinge aufnehmen sollte. Das ist ein Rückgang um drei Prozentpunkte.

Für eine Aufnahme weiterer Flüchtlinge sprechen sich vor allem die Anhänger der Linken (58 Prozent) und der Grünen (54 Prozent) aus. Dagegen erklärt die Mehrheit der befragten SPD-Anhänger (52 Prozent), dass Berlin dazu nicht in der Lage sei. Bei den CDU-Anhängern sind es sogar 62 Prozent. Am größten ist die Ablehnung unter den AfD-Anfängern: 94 Prozent sind gegen die Aufnahme weiterer Flüchtlinge, immerhin zwei Prozent sind dafür.

Positive Sicht auf internationales Berlin

Dass Berlin immer mehr zur internationalen Metropole wird, sieht eine große Mehrheit der Befragten positiv: 85 Prozent begrüßen diese Entwicklung. Auf die Frage, ob sie sich in ihrer Stadt zunehmend fremd fühlen, antwortet nur knapp ein Drittel (30 Prozent) mit "ja", 69 Prozent haben keine Entfremdungsgefühle.

Einen Wandel nehmen die Befragten aber durchaus wahr: Dem Satz "Berlin hat sich in den letzten Jahren eigentlich gar nicht so stark verändert" stimmen lediglich 23 Prozent zu. Drei Viertel der Befragten erklären ihn für nicht zutreffend.

Befragte zweifeln an Kompetenz ihrer Regierung

Die befragten Berliner zeigten sich auch skeptisch, ob der Senat den Herausforderungen der Zukunft gewachsen ist - das ergab der erste Teil des BerlinTrends, der bereits am Donnerstag veröffentlicht wurde. Verschiedene Studien sagen voraus, dass in Berlin die Einwohnerzahl in den nächsten Jahren weiter wachsen wird. Dadurch muss mehr für Wohnungsbau, Schule und Bildung sowie für den Ausbau der Verkehrsinfrastruktur getan werden. Laut BerlinTREND glauben aber nur 30 Prozent der Befragten, dass der Senat diesen Herausforderungen gewachsen ist. 64 Prozent glauben das nicht.

Viele Umzüge wegen hoher Mieten

Die steigenden Mieten wirken sich jedenfalls bereits deutlich aus: Fast jeder zwölfte Befragte ist deshalb bereits umgezogen (8 Prozent). Weitere 15 Prozent der Befragten haben sich ebenfalls mit dieser Frage auseinandergesetzt: 15 Prozent geben an, sie hätten wegen zu hoher Mieten bereits über einen Umzug nachgedacht.

Befragt wurden 1.004 Wahlberechtigte in Berlin (Deutsche ab 18 Jahren) im Zeitraum vom 18. bis zum 23. Februar 2016.

Berliner begrüßen Entwicklung zur internationalen Metropole

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