Symbolbild: Ein Interviewer hält einem Interviewten ein Mikrofon bereit. (Quelle: Colourbox)

Berliner über Flüchtlinge, Ängste und die AfD - "Einfach mal zuhören"

Der Ton ist rau geworden in der Flüchtlingsdebatte. Fakten interessieren vor allem, wenn sie die eigene Haltung bekräftigen. Wird hier der "Gutmensch" angeprangert, ist es dort der "Nazi". rbb-Reporterin Nadine Kreuzahler war in Berlin unterwegs, hat Menschen auf Märkten, Spielplätzen und beim Einkaufen gefragt, ob sie sich wohl fühlen in diesen Zeiten - und sie ausreden lassen.

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Blumen an einem Blumenstand (Quelle: imago/Westend61/Grafik: rbb)

Corinna verkauft seit 35 Jahren Blumen und Kartoffeln auf dem Markt, zum Beispiel in Friedenau am Breslauer Platz.

"Eigentlich fühle ich mich noch ganz wohl. Aber vielleicht auch, weil ich in einem Bezirk wohne, wo sie es noch nicht so besonders merken. Aber ich bin halt ein Mensch, der immer vorurteilsfrei rangeht. Ich hab viele Nachbarn – eine Marokkanerin, die neben mir wohnt, einen Palästinenser, hinter mir wohnt eine russische Familie – also ohne Probleme. Also ich würde mir eigentlich nur Sorgen machen, wenn jetzt noch mehr kommen. Ich höre jetzt von vielen Bekannten, die jetzt auch auf Wohnungssuche sind, dass die echt Probleme haben. Weil sie das Gefühl haben, Wohnungen werden für Flüchtlinge erstmal zurückgehalten. Man kann natürlich, wenn man irgendwo abgelehnt wurde, auch vieles hinein interpretieren, das ist klar. Ob alles so stimmt … Aber es ist ja kein Ende abzusehen. Kann ich mir schon vorstellen, dass die Stimmung da kippt.

Ich hab einen guten Bekannten, der hat zwei Schulen als Schulmeister. Und es ist immer so, dass über Jahre hinweg gesagt wurde, wenn was gemacht werden muss –Turnhalle oder Kita – kein Geld, kein, Geld, kein Geld. Und jetzt ist da auch eine Turnhalle freigeräumt worden, die dann erstmal für 500.000 oder so instandgesetzt wurde! Und das ist immer das, was du nicht verstehst: Da ist nie Geld dagewesen – und auf einmal wird dann alles locker gemacht. Das ist viel Thema, doch. Ja, wünschen würde man sich, dass die Leute erst gar nicht ihre Heimat verlassen müssten!"

Oderbrücke in Frankfurt (Oder) (Quelle: rbb/ Haase-Wendt)

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