Ein Mann passiert das Bürgerbüro von Ralf Wieland, bei dem Fensterscheiben eingeworfen wurden (Quelle: dpa)

SPD-Politiker Ralf Wieland - Büro des Berliner Parlamentspräsidenten erneut attackiert

Eingeworfene Scheiben in Berlin-Gesundbrunnen: Zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen ist das Bürgerbüro des Präsidenten des Berliner Abgeordnetenhauses, Ralf Wieland, zum Angriffsziel geworden. CDU-Innensenator Frank Henkel und SPD-Landschef Jan Stöß finden scharfe Worte dafür.  

Das Bürgerbüro des Präsidenten des Berliner Abgeordnetenhauses, Ralf Wieland (SPD), ist erneut zum Ziel eines Angriffs geworden. Am frühen Mittwochmorgen entdeckte eine Streife in der Bellermannstraße in Gesundbrunnen eingeworfene Fensterscheiben, teilte die Polizei mit. Das Büro wurde bereits zum zweiten Mal innerhalb von fünf Wochen attackiert. Bereits am 18. Januar waren dort Scheiben mit Plastersteinen eingeworfen und die Fassade beschmiert worden.

Abgeordnetenhauspräsident Ralf Wieland (SPD) spricht am 11.01.2016 in Berlin in der Nikolaikirche anläßlich des Festaktes zum 25. Jahrestages der konstituierenden Sitzung des ersten frei gewählten Gesamtberliner Parlaments nach der Wiedervereinigung. (Quelle: dpa)
Parlamentspräsident Ralf Wieland

"Täter wollen größtmögliche öffentliche Resonanz erreichen"

Ralf Wieland reagierte verärgert auf die erneute Beschädigung. Er sagte rbb online, die Schäden des letzten Anschlages seien noch nicht ganz beseitigt, jetzt gebe es noch zusätzliche Beschädigungen. Seine Mitarbeiter vor Ort im Weddinger Bürgerbüro habe der Angriff sehr betroffen gemacht.

Wieland ist überzeugt, dass die Täter sich ganz bewusst sein Büro ausgesucht haben. Damit würden sie eine größtmögliche Öffentlichkeit für ihren Anschlag erzielen wollen. An Spekulationen, wer die Scheiben eingeworfen haben könnte, will Wieland sich nicht beteiligen. Er verwies auf die laufenden Ermittlungen der Polizei. Bisher habe sich niemand zu der Tat bekannt. 

Der Parlamentspräsident sagte, in ganz Deutschland und nicht nur in Berlin nehme die Gewalt in der politischen Auseinandersetzung zu. Er hoffe, dass alle demokratischen Kräfte sich dem entgegenstellen.

   

Berlins Innensenator und SPD-Landesvorsitzender empört über Angriff

Der Berliner SPD-Chef Jan Stöß und Innensenator Frank Henkel (CDU) verurteilten den erneuten Angriff scharf. Dieses Mal seien ganze Fensterfronten zu Bruch gegangen, wodurch ein immenser Schaden entstanden sei, erklärte Stöß. Das sei ein Angriff auf die parlamentarische Demokratie. Er erwarte eine schnelle Aufklärung.

Innensenator Frank Henkel bezeichnete den nächtlichen Angriff als feige: Die Täter scheuen die Debatte und greifen zu Steinen. Gewalt, ganz gleich aus welcher politischen Ecke, habe in der Politik nichts zu suchen.

Linksautonome hatten sich zum Angriff im Januar bekannt

Zu dem aktuellen Scheibeneinwurf gibt es noch kein Bekennerschreiben. Nach dem ersten Angriff am 19. Januar hatten sich Linksautonome im Internet zu der Attacke bekannt, allerdings wurden die Täter bislang nicht gefasst. Sie wollten sich mit dem Pflastersteinwürfen nach eigenen Worten für den Polizeieinsatz in der Rigaer Straße in Friedrichshain wenige Tage zuvor rächen. Damals hatten mehr als 500 Polizisten nach einem Angriff auf einen Polizeibeamten das von Autonomen bewohnte Haus durchsucht. Der massive Polizeieinsatz in der Rigaer Straße stieß bei der Opposition im Abgeordnetenhaus auf große Kritik und wurde als unverhältnismäßig bezeichnet.

Oderbrücke in Frankfurt (Oder) (Quelle: rbb/ Haase-Wendt)

Studio Frankfurt

Vom Landkreis Oder-Spree bis zur Uckermark: Das rbb-Regionalstudio Frankfurt (Oder) mit Nachrichten, Reportagen und Hintergründen aus der Region.  

Das könnte Sie auch interessieren