Überwachungskameras an einem Gebäude (Quelle: imago/STPP)

Vor allem im öffentlichen Nahverkehr - Fast 15.000 Kameras überwachen Berlin

Der öffentliche Raum in Berlin wird immer mehr von Videokameras beobachtet. Wie die Innenverwaltung am Mittwoch mitteilte, sind derzeit offiziell 14.765 Überwachungskameras im Einsatz, vor allem im öffentlichen Nahverkehr. Private Kameras nicht mitgezählt. Pläne des Senats, die Videoüberwachung weiter auszubauen, sind umstritten.

In Berlin ist die Videoüberwachung in den vergangenen Jahren deutlich ausgebaut worden. 14.765 Videokameras sind derzeit im öffentlichen Raum im Einsatz, das sind rund 25 Prozent mehr als noch Ende 2012. Diese Zahlen nannte die Innenverwaltung am Mittwoch in ihrer Antwort auf eine parlamentarische Anfrage des Abgeordneten Christopher Lauer. 

"Ein Problem ist, dass der Senat keine wissenschaftliche Grundlage hat, die belegt, dass die Videoüberwachung etwas bringt", sagte Lauer rbb online.

Überwachung des öffentlichen Nahverkehrs

Der weitaus größte Teil der Überwachungskameras, nämlich 13.640, wird im öffentlichen Nahverkehr eingesetzt, beispielsweise in U- und S-Bahnhöfen. Bei der BVG sind 2.370 Echtzeitkameras installiert, weitere 900 Echtzeitkameras gibt es etwa an Universitäten, Senatsverwaltungen, Polizeigebäuden und Bezirksämtern.

Über die Zahl der von Privaten betriebenen Überwachungskameras, die öffentlichen Raum überwachen, lägen keine Erkenntnisse vor, teilte die Innenverwaltung mit. Eine solche Kamera hatte im Mordfall Mohamed/Elias auf die Spur des mutmaßlichen Täters geführt.

Kontroverse um längere Speicherfrist

Der Senat, so die Innenverwaltung, habe auf seiner Klausurtagung am 13. Januar einen Modellversuch zur Ausweitung der Videoüberwachung im öffentlichen Raum vorbereitet. Ziel sei es, die Sicherheit der Berliner Bevölkerung zu erhöhen. Konkrete Planungen gebe es noch nicht. Im rbb hatte sich Innensenator Frank Henkel (CDU) für ein Modellprojekt am Alexanderplatz ausgesprochen.

Henkel erwägt außerdem eine längere Speicherfrist der Aufnahmen von Überwachungskameras. Bislang werden die Aufnahmen zwei Tage lang gespeichert und dann gelöscht - der Senator will die Frist auf vier Tage verlängern. Lauer nennt diese Pläne "haarsträubend", da keine Studie belegen könne, ob die Ausweitung der Frist von 24 auf 48 Stunden überhaupt zu etwas geführt habe.

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