Volle Strasse beim Bürgerfest MYFEST in Berlin-Kreuzberg anlässlich des 1. Mai 2015 (Quelle: imago / snapshot).

Tauziehen um Myfest geht am Freitag weiter - Alle wollen das Myfest - aber wer soll's machen?

Nachdem bekannt wurde, dass der Fanmeilen-Organisator Willy Kausch das diesjährige MyFest in Berlin-Kreuzberg doch nicht ausrichten wird, ist die Zukunft des Straßenfests weiter offen. Doch die Politik, ebenso wie die MyFest-Crew, geben sich zuversichtlich, dass noch in dieser Woche eine Lösung gefunden wird.

Über die Zukunft des "Myfests" am 1. Mai in Berlin Kreuzberg wird am Freitag weiter beraten. Nach einer ersten Gesprächsrunde am Mittwoch erklärten Berlins Innensenator Frank Henkel (CDU) und das My-Fest-Organisationsteam übereinstimmend, dass das Fest auch in diesem Jahr stattfinden solle.

Knackpunkt ist, ob das Fest weiterhin den Status einer politischen Veranstaltung erhalten soll. Der Innenexperte der Berliner CDU-Fraktion, Kurt Wansner, sprach sich im rbb klar dafür aus. "Uns allen ist klar, dass diese Veranstaltungsreihe die Gewalttäter aus dem Bezirk verdrängt hat", sagte Wansner. Wenn sich 200.000 Menschen Jahr für Jahr friedlich gegen Krawall und Gewalttäter stellten, sei das durchaus als politische Aussage zu verstehen.

Myfest-Mitorganisator stellt Lösung für Freitag in Aussicht

Auch aus der Berliner Innenverwaltung hieß es Anfang der Woche, dass der Berliner Senat ein hohes Interesse daran habe, dass das Fest stattfindet, um Krawallen am 1. Mai entgegenzusteuern. Henkel erklärte nach dem Treffen mit der Myfest-Crew am Mittwoch, die gemeinsame Suche nach einer Lösung gehe weiter. In dem "sehr konstruktiven Gespräch" wurde nach seinen Worten ein Vorschlag erarbeitet, den die Myfest-Organisatoren intern beraten wollten. "Danach werden wir uns wieder zusammensetzen", so der CDU-Politiker.

Mitorganisator Udo Flütter teilte mit, der Verein Myfest sondiere jetzt die Vorschläge, dann gebe es einen weiteren Termin. Möglicherweise könne am Freitag eine Lösung vorgestellt werden. Flütter zufolge sollen politische Inhalte stärker in den Vordergrund des Myfestes gestellt werden.

Kausch ist "nicht der richtige Mann"

Die Polizei hatte dem Myfest zuletzt den Status einer politischen Veranstaltung abgesprochen. Der Bezirk und die Organisatoren sehen das anders. Dies dürfte vor allem einen finanziellen Hintergrund haben. Denn wenn das Myfest als kommerzielles Fest durchgeführt wird, muss der Veranstalter die Haftungsrisiken übernehmen.

Deshalb hatte die Nachricht, der Veranstaltungsprofi Willy Kausch würde das Myfest organisieren, anfangs für Erleichterung bei Bezirkspolitikern gesorgt. Doch nach Gesprächen zwischen dem Unternehmer, dem Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg, dem Ordnungsamt und dem Myfest-Team kam am Dienstag die Wende: "Er ist nicht der richtige Mann für uns", sagte Myfest-Mitorganisator Udo Flütter am Dienstag dem rbb. Willy Kausch und das Myfest-Team passten als Partner nicht zusammen, hieß es.

Präventionsmaßnahme entwickelte sich zu Party

Das Myfest war 2003 ins Leben gerufen worden, um die traditionellen Gewaltausbrüche am 1. Mai einzuschränken. Nach der letzten Ausgabe gab es große Kritik an der Veranstaltung. Der Besucherandrang war enorm, rund 25.000 Besucher feierten rund um die Oranienstraße. Die Polizei kündigte daraufhin an, das Fest nicht mehr als "politische Veranstaltung" zu akzeptieren.

Würde der Bezirk jedoch die Veranstaltung als Straßenfest angemelden, wäre er für mögliche Schäden verantwortlich und müsste beispielsweise die Kosten für die Sicherheit und die Müllentsorgung komplett übernehmen. Die hohen Kosten will der Bezirk aber nicht tragen.

Deshalb war eine Organisation durch Kausch erwogen worden. Aus der linken Szene hatte es Medienberichten zufolge aber heftige Kritik an einem kommerziellen Veranstalter gegeben.

Oderbrücke in Frankfurt (Oder) (Quelle: rbb/ Haase-Wendt)

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